uxHH LogoLinkedIninstagramMastodoneventbrite

Blogs im Fluss

Das Neueste aus Hamburgs User Experience Blogs. Die Original-Artikel sind jeweils im Datum verlinkt.

uxHH - UX Community Hamburg & Blogs im Fluss

Public posts from @uxHH@hci.social & Das Neueste aus Hamburgs User Experience Blogs

Tue, 23 Jun 2026 13:00:58 +0000

ligeti zentrum auf dem HHIS 2026: Innovation braucht die Künste!

Zum dritten Jahr in Folge präsentierte sich das ligeti zentrum beim Hamburg Innovation Summit in der HafenCity. Mit Talks, interaktiven Projekten und Installationen zeigte das Transferzentrum, wie die Künste, Wissenschaft, Gesundheit und Technologie in Hamburg-Harburg zusammenwirken.

Mit einem Infostand, zwei Bühnenformaten und der immersiven Sonic Exploration Box präsentierte sich das ligeti zentrum auf dem 11. Hamburg Innovation Summit (HHIS). Das größte Innovationsevent der Hansestadt zog am 18. Juni 2026 rund 2.200 Besucher:innen ins Oberhafenquartier und bot trotz hochsommerlicher Temperaturen zahlreiche Gelegenheiten für spannende Gespräche und interdisziplinären Austausch.

Foto: Michel Blümel

Austausch in der Gleishalle

Wie arbeiten vier Hamburger Hochschulen mit unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten gemeinsam unter einem Dach? Wie werden Wissenschaft, Technologie und Gesundheit mit den Künsten vereint? Und was hat der Komponist György Ligeti damit zu tun? Antworten auf Fragen wie diese erhielten Besucher:innen am Infostand des ligeti zentrums im HHIS-„Headquarter“ in Theorie und Praxis. Auf den „Sound Bananas“ etwa konnten sie die eigene Klangwahrnehmung durch Bewegung spielerisch testen. Die modifizierten Schaukelbananen wurden im Projekt Klangskulpturen von Quirin Nebas (Artistic Research Lab) entwickelt.

HHIS_2026_Andreas_Schwarz Photography
Foto: Hamburg Innovation Summit / Andreas Schwarz Photography

Vorträge auf der „Headquarter Stage“

Wie kann digitale Kunstvermittlung über das reine Streaming hinausgehen? Dieser Frage näherten sich Christian Frank und Peter Wolff (XR Lab) um 14:20 Uhr im Gespräch mit Jonas Laacke auf der „Headquarter Stage“. Hier stellten sie MultiView vor: verschiedene Kameraperspektiven, die sich vom digitalen Publikum frei wählen lassen. Das System findet bereits bei zahlreichen Konzertaufnahmen in der Mediathek der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT) Anwendung.

Auch am späten Nachmittag rückte das ligeti zentrum auf der „Headquarter Stage“ erneut in den Fokus. In einem 20-minütigen Vortrag präsentierte Dr. Greg Beller (InnoLab) MusiXSpace – eine Musikproduktionsanwendung, die die Grenzen herkömmlicher Digital Audio Workstations (DAW) überschreitet. In einer sogenannten phygitalen Umgebung ist Klang nicht mehr nur eine Abstraktion auf einer Zeitachse, sondern ein räumliches und physisches Objekt, das durch Bewegungen direkt beeinflusst werden kann.

Foto: Michel Blümel

Ausprobieren in der Sonic Exploration Box

Besonders in der vom ligeti zentrum bespielten Sonic Exploration Box, einem mit Glas abgetrennten Raum in der „Innovation Corner“, ergaben sich zahlreiche persönliche Begegnungen und die Gelegenheit für Deep Dives in vier Programmpunkte und Projekte. Um 12 Uhr eröffneten Prof. Dr. Georg Hadju (Leitung ligeti zentrum), Gianni Tamanini und Barnabás Tóth den immersiven Raum mit einer angeleiteten Improvisation mithilfe von grafischer Notation, ehe Michel Blümel (Agentur für gesellschaftliche Teilhabe und Vermittlung) um 14 Uhr zeigte, wie sich im ehemaligen Kohlekraftwerk Moorburg aufgezeichnete Klänge in vollkommen neue akustische Realitäten überführen lassen. Auch um 15 Uhr konnten Besucher:innen sich kreativ ausprobieren und den Spatial Sampler XR, ein innovatives Musikinstrument von Dr. Greg Beller (InnoLab) in einer Mixed-Reality-Umgebung testen. Um 16 Uhr schließlich ging es um Stimmen und neu generierte Klangskulpturen: Der record-o-mat von Joana Welteke (Sustainable Theater Lab) und Nadja Rix zeichnet Gesagtes auf Knopfdruck auf – um es prompt zu fragmentieren, zu verfremden und neu zusammenzusetzen. Wie dieser zufallsbasierte Klangakteur klingt, zeigte das koppelbare Snappi-Lautsprechersystem von Prof. Dr. Jacob Sello (InnoLab).

Foto: Michel Blümel

Du hast das ligeti zentrum auf dem HHIS 2026 verpasst?

Auch in den kommenden Monaten gibt es zahlreiche Gelegenheiten, die Projekte des ligeti zentrums kennenzulernen. Alle kommenden Veranstaltungen, Ausstellungen, Konzerte und Workshops sind im Eventkalender zu finden.

Der Beitrag <i>ligeti zentrum</i> auf dem HHIS 2026: Innovation braucht die Künste! erschien zuerst auf ligeti zentrum.

Mon, 22 Jun 2026 12:39:34 +0000

Von Orgelpfeifen und Software-Plugins, Teil 6: Hamburg 1996 – als das Tonstudio ins RAM zog

Von Dr. Fabian Czolbe

1983 lernten sich der Ingenieur Karl „Charlie“ Steinberg und der Keyboarder Manfred Rürup zufällig bei einer Aufnahmesession im Delta-Studio kennen. Dies wurde zu einem der innovativsten Impulse aus Hamburg, der in den folgenden zwölf Jahren das Musik-/Tonstudio neu erfinden sollte. Das ersten Steinberg-Research-Produkte waren der DX Saver und ein bescheidener Multi-Tracker für den Commodore 64 – minimalste Mittel, größte Folgen.

When I first had the Multi-Track sequencer ready I felt it would be successful because I saw that there was nothing else like it around. I knew that using this MIDI mode gave you the capability to do such powerful things with computers

– Charlie Steinberg, 1986

Multi-Tracker Sequenzer Pro-16 Professional von Steinberg Research 1984 | Bild: Jesper Ranum
Multi-Tracker Sequenzer Pro-16 Professional von Steinberg Research 1984 | Bild: Jesper Ranum
Cubase (KeyEditor + ArrangeScreen) 1989 | Bilder: Nigel Lord
Cubase (KeyEditor + ArrangeScreen) 1989 | Bilder: Nigel Lord

Fünf Jahre später erschien, zunächst noch als reiner MIDI-Sequenzer für den Atari ST von einem Team (Werner Kracht, Wolfgang Kundrus, Chris Mercer, Michael Michaelis, Stefan Scheffler) um Charlie Steinberg entwickelt, Cubase. Mit der Maus ließen sich nun ganze Arrangements zusammensetzen, unsauber eingespielte Noten geraderücken („quantisieren“) und Tempi nach Belieben verändern. Plötzlich konnte nahezu jeder musizieren, auch ohne ein Instrument zu beherrschen. Mit Anfang der 1990er-Jahre konnte zudem eine Audiospur direkt in Cubase aufgezeichnet werden und das analoge Tonstudio sah sich seinem digitalen Doppelgänger gegenüber.

Irgendwie war jedem im Team klar, wo wir hinwollten – unsere Vision war das Studio im Computer

– Manfred Rürup, 2024

Der eigentliche Paradigmenwechsel kam jedoch 1996: Mit Cubase 3.02 definierte die Firma Steinberg die Virtual Studio Technology, kurz VST. VST war eine Schnittstelle, über die sich Hall, Chorus und Echo, ab 1999 dann auch komplette Synthesizer, als kleine Programme (Plugins) direkt in die Aufnahmesoftware einklinken ließen. Klangerzeuger und Effekte mussten nun nicht mehr als Hardware angeschafft, verkabelt und gepflegt werden. Was zehn Jahre zuvor noch in Schaltkreisen aus London, New York oder Vermont saß, zog ins RAM eines Heimcomputers und katapultierte die computergestützte Musikproduktion in neue Dimensionen.

Kurz darauf veröffentlichte Steinberg die Audio-Stream-Input/Output-Architektur (ASIO), was die Latenz zwischen Tastendruck und Klang dramatisch verringerte und die Interaktion zwischen Keyboard und Computer musikalisch machte. Beides, VST und ASIO, stellte Steinberg schließlich als freie Protokoll-Architekturen im Netz zur Verfügung. Binnen weniger Jahre wurden VST und ASIO zum globalen Standard.

Manfred Rürup und Charlie Steinberg 1992 | Foto: TOS Magazin (January 1992)
Manfred Rürup und Charlie Steinberg 1992 | Foto: TOS Magazin (January 1992)

Heute basiert nahezu jedes professionelle Musik-Plugin auf diesem Hamburger Standard. Ohne ihn gäbe es wohl keine solche Vielfalt an virtuellen Instrumenten und digitalen Effekten in der heutigen Form. Was bei Harald Bode in Vermont begann und bei EMS in London im Aktenkoffer landete, war mit Steinberg endgültig als innovative Musiktechnologie im Computer angekommen.

Moog System 55, Moog 1150 Ribbon Controller, Moog 1130 Percussion Controller, Minimoog | Foto: Clusternote, CC BY-SA 4.0
Moog System 55, Moog 1150 Ribbon Controller, Moog 1130 Percussion Controller, Minimoog | Foto: Clusternote, CC BY-SA 4.0

Über die Reihe Von Orgelpfeifen und Software-Plugins

Hamburg ist eine Musikstadt – im 17. Jahrhundert entsteht hier eine der ersten Bürgeropern Europas, große Komponist:innen wirkten seit Jahrhunderten an der Elbe, und heute reihen sich Elbphilharmonie, Musicalproduktionen und die Clubs der Reeperbahn in eine Geschichte, die klassische, populäre und experimentelle Musik gleichermaßen umfasst. Was dabei meist übersehen wird: Hamburg ist seit dem Mittelalter einer der produktivsten Orte der Welt, wenn es um Erfindung und Weiterentwicklung von Musiktechnologie geht – nicht Kulisse, sondern Werkstatt.

Die Serie Von Orgelpfeifen und Software-Plugins erzählt in acht Beiträgen eine Ideengeschichte und eine Geschichte des Wissenstransfers: von der Orgel als Hochtechnologie des Mittelalters bis zum ligeti zentrum als Entwicklungsort hybrider Instrumente der Gegenwart und Zukunft. Eine Einladung, Hamburg neu zu lesen – als Stadt mit technologischen Visionen und Musiktechnologien von Weltgeltung.

Titelfoto: Steinberg Research mit Karl „Charlie“ Steinberg vor einem Atari ST Computer 1983 | Foto: Tony Hastings

Der Beitrag Von Orgelpfeifen und Software-Plugins, Teil 6: Hamburg 1996 – als das Tonstudio ins RAM zog erschien zuerst auf ligeti zentrum.

Mon, 22 Jun 2026 10:45:07 +0000

an old GAMEBOY. on the screen: uxHH Roundtable Video Game Edition

Mark the date: 8-Jul-2026. Reserve a (free) spot. On-site in Hamburg-Hoheluft or online.
Our next Roundtable is on the UX of Video Games – retro and new /with Dina Elaraby and Meik Mense-Koch
More info: uxhh.de/#roundtable
RSVP on eventbrite: eventbrite.de/e/uxhh-roundtabl

Wed, 17 Jun 2026 14:59:09 +0000

The Ear Wants to Hear: Interaktive Klangausstellung in Hamburg

Vom 20. bis 25. Juni 2026 verwandelt sich das historische Schulgebäude in der Seilerstraße 43 auf St. Pauli in einen interaktiven Ausstellungsraum. Die kostenfreie Klangausstellung The Ear Wants to Hear verbindet Bewegung, Spiel und Klangwahrnehmung zu einem immersiven Erfahrungsraum.

Wie klingt eine Bananenschaukel? Wie lässt sich Klang durch Bewegung, Balance oder die eigene Stimme formen? Und wie hört sich das an? Im Projekt Klangskulpturen untersucht Quirin Nebas (Artistic Research Lab) neue Formen des Hörens, der Klanggestaltung und -wahrnehmung. Nach zahlreichen Tests verschiedener Prototypen präsentiert er im historischen Schulgebäude in der Seilerstraße 43 nun das Ergebnis: The Ear Wants to Hear, eine interaktive Klangausstellung.

Fünf Tage, vom 20. bis 25. Juni 2026, können Besucher:innen zwei Rauminstallationen testen: „Plapalapap“ – überdimensionale Ohrenskulpturen, die Stimmen aufnehmen und verfremden, und die „Sound Bananas“ – Schaukelbananen, die Balance mit Klang verknüpfen.

Die Interaktionen sind bewusst simpel gestaltet. Sie sollen kaum Überwindung kosten. Laufen, stehen, sitzen, schaukeln und wippen – das schließlich sind Bewegungen, die wohl alle im Alltag ausüben. Wie aber verändert sich die eigene Wahrnehmung durch die Verbindung mit Klängen? In der kostenlosen Ausstellung können Besucher:innen jeden Alters genau das spielerisch herausfinden.

The Ear Wants to Hear eröffnet am Samstag, den 20. Juni 2026, um 12 Uhr. Ab 18 Uhr findet zudem eine Vernissage statt. 

„The Ear Wants to Hear“ – Interaktive Klangausstellung

Seilerstraße 43 (Eingang im Hinterhof)
20359 Hamburg

Ausstellung
20.–25.06., 12–18 Uhr
Eintritt frei

Vernissage
20.06., ab 18 Uhr

Weitere Informationen

Der Beitrag The Ear Wants to Hear: Interaktive Klangausstellung in Hamburg erschien zuerst auf ligeti zentrum.

Wed, 17 Jun 2026 11:14:40 +0000

Harburg im Zeichen der Computermusik: ligeti zentrum veranstaltet erfolgreiches Begleitfestival zur ICMC HAMBURG 2026

Mit 400 Besucher:innen, interaktiven Performances und einem internationalen Science-Slam brachte die Off-ICMC aktuelle Forschung zu computergestützter Musik aus den Konferenzräumen der ICMC HAMBURG 2026 direkt in den öffentlichen Raum Hamburg-Harburgs.

Vom 10. bis 16. Mai 2026 fand die International Computer Music Conference (ICMC) in Hamburg-Harburg statt. Damit kehrte die renommierte Konferenz für computergestützte Musik nach 26 Jahren erstmals nach Deutschland zurück. Das offizielle Konferenzprogramm ergänzte das ligeti zentrum durch die Off-ICMC. Unter dem Titel „Musik in unserer digitalen Zeit“ öffnete das kostenlose Begleitfestival einen Raum für öffentliche Konzerte, Workshops, interaktive Performances und kreativen Austausch mit der internationalen wissenschaftlichen Community. Das offizielle Konferenzmotto „Innovation, Translation, Participation“ übersetzte die Off-ICMC in alltagsnahe Fragen: „Was ist Musik für dich? Wie klingt sie heute? Wo beginnt sie, wo hört sie auf?“

Auf Stelzen machte sich die Oakleaf Streetshow auf den Weg in die Harburger Innenstadt | Foto: Nadine Schwalb
Auf Stelzen machte sich die Oakleaf Streetshow auf den Weg in die Harburger Innenstadt | Foto: Nadine Schwalb
Wie klingt diese kuriose Bodypercussion? Das findet man durch Ausprobieren am besten heraus | Foto: Nadine Schwalb
Wie klingt diese kuriose Bodypercussion? Das findet man durch Ausprobieren am besten heraus | Foto: Nadine Schwalb

Musikforschung zum Mitmachen

Um das umfangreiche Programm – bestehend aus fünf Workshops, fünf Performances, drei Konzerten und einem Science Slam – einem möglichst vielfältigen Publikum zugänglich zu machen, fanden die Veranstaltungen der Off-ICMC im öffentlichen Raum sowie in bekannten Harburger Institutionen statt. Während das Festival-Zentrum in der Harburg Info drei Tage lang als zentrale Anlaufstelle diente, beleuchteten Workshops an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) etwa die Grundlagen des Programmierens oder neue Perspektiven auf Virtual Reality. Derweil lud das Stellwerk Hamburg zu interaktiven Installationen und Performances mit Clubatmosphäre ein.

Im Stellwerk Hamburg wurden Skulpturen aus biologisch abbaubarem Bioplastik ausgestellt | Foto: Daria Radler
Im Stellwerk Hamburg wurden Skulpturen aus biologisch abbaubarem Bioplastik ausgestellt | Foto: Daria Radler
Während der Konferenzwoche gab es diverse Überschneidungen zur ICMC. So auch bei der gemeinsamen After-Party im Stellwerk Hamburg | Foto: Daria Radler
Während der Konferenzwoche gab es diverse Überschneidungen zur ICMC. So auch bei der gemeinsamen After-Party im Stellwerk Hamburg | Foto: Daria Radler

Auch sprachlich sorgte die Off-ICMC mit mehrsprachigen Audioformaten und Live-Übersetzungen für Zugänglichkeit. Für internationalen Austausch auf der großen Bühne sorgte etwa der Science-Slam im neu sanierten Kultur Palast Harburg. Begleitet durch eine Synchronübersetzerin präsentierten internationale Künstler:innen und Forschende ihre Projekte auf humorvolle und verständliche Weise. Den besten Beitrag – ein interaktiver Vortrag über musikalische Chemie von Walker Smith (USA), 2025 dreimonatiger Resident im ligeti zentrum – wählte das Publikum.

Mit zehnminütigen Beiträgen versuchten die Performer:innen das Publikum von ihrer künstlerischen Forschung zu überzeugen | Foto: Daria Radler
Mit zehnminütigen Beiträgen versuchten die Performer:innen das Publikum von ihrer künstlerischen Forschung zu überzeugen | Foto: Daria Radler
Über die besten Beiträge des Science Slam entschied das Publikum | Foto: Daria Radler
Über die besten Beiträge des Science Slam entschied das Publikum | Foto: Daria Radler
Mehrsprachig dank Synchronübersetzung: Über Kopfhörer konnte das Publikum die Beiträge auf deutsch oder englisch verfolgen | Foto: Daria Radler
Mehrsprachig dank Synchronübersetzung: Über Kopfhörer konnte das Publikum die Beiträge auf deutsch oder englisch verfolgen | Foto: Daria Radler
Der Gewinner des Science Slams im Kultur Palast Harburg: Walker Smith (USA) | Foto: Daria Radler
Mit seinem künstlerischen Vortrag über musikalische Chemie gewann Walker Smith (USA) den Science Slam im Kultur Palast Harburg | Foto: Daria Radler

Öffentliche und mediale Resonanz

Verteilt über sechs Tage nahmen über 400 Besucher:innen aller Altersgruppen an den Veranstaltungen der Off-ICMC teil. Die Organisator:innen aus dem ligeti zentrum – Nadine Schwalb (Agentur für Vermittlung und gesellschaftliche Teilhabe), Joana Welteke (Sustainable Theater Lab) und Christian Tschirner (Sustainable Theater Lab) – blicken auf eine erfolgreiche Programmwoche zurück. „Mit der Off-ICMC ist es unserem interdisziplinären Team gelungen, Menschen außerhalb des klassischen Konferenzkontexts zu erreichen und das Themenfeld ‚Computermusik‘ bewusst in öffentliche und nicht-universitäre Räume zu tragen“, berichtet Nadine Schwalb. „Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Momente, in denen Konferenzbesucher:innen und Meschen aus Harburg zusammengekommen sind – sei es zu Techno auf einem digitalen Akkordeon in der Fußgängerzone oder beim interaktiven Musikbeitrag während des Science Slams, an dem alle mit ihren Handys teilnehmen konnten.“

In der intensiven Woche sind wir auf viel Neugier, Offenheit und Interesse gestoßen. Harburg habe ich wieder einmal mehr als einen Stadtteil erlebt, in dem Menschen einander herzlich begegnen und neue Formate bereitwillig annehmen

– Nadine Schwalb, Leiterin der Agentur für Vermittlung und gesellschaftliche Teilhabe

Welche Geräusche und Klänge umgeben uns im Alltag? Einladung zum genauen Hinhören beim Klangspaziergang | Foto: Daria Radler
Welche Geräusche und Klänge umgeben uns im Alltag? Einladung zum genauen Hinhören beim Klangspaziergang | Foto: Daria Radler
Radioballett auf dem Harburger Rathausplatz: Mit Funkkopfhörern tauchten die Teilnehmenden in eine andere Welt ein | Foto: Daria Radler
Radioballett auf dem Harburger Rathausplatz: Mit Funkkopfhörern tauchten die Teilnehmenden in eine andere Welt ein | Foto: Daria Radler
Was machen diese Menschen da? Viele Veranstaltungen fanden im öffentlichen Raum statt. Auch spontanes Mitmachen war möglich – und erwünscht | Foto: Daria Radler
Was machen diese Menschen da? Viele Veranstaltungen fanden im öffentlichen Raum statt. Auch spontanes Mitmachen war möglich – und erwünscht | Foto: Daria Radler

Auch die mediale Resonanz unterstrich das öffentliche Interesse an der Verbindung von Forschung, Musik und Gesellschaft. Beiträge über das ligeti zentrum, die ICMC und Off-ICMC erschienen unter anderem bei ByteFM, im Hamburger Abendblatt sowie im NDR Hamburg Journal, Kulturjournal und auf NDR 90.3.

Eine Woche lang trug die Off-ICMC Computermusik aus dem Konferenzraum in den öffentlichen Raum | Foto: Daria Radler
Eine Woche lang trug die Off-ICMC Computermusik aus dem Konferenzraum in den öffentlichen Raum | Foto: Daria Radler

So geht es weiter

An den erfolgreichen und öffentlichkeitswirksamen Transfer knüpft das ligeti zentrum auch künftig an. Neben individuellen Projektpräsentationen und Veranstaltungen öffnet das gesamte Zentrum am 5. Dezember 2026 im Rahmen eines Tages der offenen Tür erneut seine Labs und Büros für interessierte Besucher:innen.

Der Beitrag Harburg im Zeichen der Computermusik: <i>ligeti zentrum</i> veranstaltet erfolgreiches Begleitfestival zur ICMC HAMBURG 2026 erschien zuerst auf ligeti zentrum.

Wed, 17 Jun 2026 08:48:06 +0000

Von Orgelpfeifen und Software-Plugins, Teil 5: Der Synthi im Koffer – Wie Bodes Idee nach Europa kam

Von Dr. Fabian Czolbe

Denkt man an elektronische Musik der 1970er-Jahre, haben sicherlich einige Pink Floyd, Tangerine Dream oder David Bowie im Ohr. Was sie eint, ist ein Klang, der zehn Jahre zuvor in einer Hauswerkstatt in Vermont gedacht wurde und Anfang der 70er in London zum portablen Instrument reifte.

Ohne Bodes Vorarbeit wäre der europäische Synthesizer der 70er-Jahre wohl kaum denkbar gewesen

1969 gründete der Komponist und Synthi-Pionier Peter Zinovieff in London die Firma Electronic Music Studios (EMS). Sein Ziel: ein Synthesizer für die Bühne, nicht nur fürs Studio. Dafür griff er auf eine Idee zurück, die Harald Bode wenige Jahre zuvor in den USA formuliert hatte: ein spannungsgesteuertes, frei verschaltbares Modulsystem. Ohne Bodes Vorarbeit wäre der europäische Synthesizer der 70er-Jahre wohl kaum denkbar gewesen.

Routing Matrix / Steckerverknüpfungsmatrix auf dem EMS VCS-3 Synthesizer | Foto: FallingOutside CC BY-SA 3.0
Routing Matrix / Steckerverknüpfungsmatrix auf dem EMS VCS-3 Synthesizer | Foto: FallingOutside CC BY-SA 3.0

Den ersten EMS Synthesizer entwickelte Zinovieff gemeinsam mit David Cockerell und Peter Grogono 1969: der VCS 3. Statt Patchkabel zu verlegen wie bei Moog, verband man die Module über eine Pin-Matrix, ein Schachbrett aus Steckstiften: kompakt, übersichtlich und ein Jahr vor dem Mini-Moog auf dem Markt. Ursprünglich war er, ähnlich wie Buchlas „Electronic Music Box“, die ihrerseits Bodes Modulkonzept aufgriff, als Studiogerät zum Komponieren gedacht. Zinovieff fügte jedoch noch eine Tastatur hinzu, was den britischen Musiker:innen gerade recht kam. Während Moog- und Buchla-Instrumente auf der Insel kaum zu bekommen waren, gab es den VCS 3 vor Ort zu einem erschwinglichen Preis. Brian Eno machte ihn zur Klangsignatur seiner frühen Roxy-Music-Phase. Tangerine Dream nutzten ihn auf Phaedra zur Modulation eines Mellotrons. The Who jagten 1971 auf „Won’t get fooled again“ eine Hammondorgel durch seine Filter und King Crimson oder Jean-Michel Jarre griffen ebenfalls zu.

Der Synthi AKS klang nach Zukunft und wurde so zum Sound einer Dekade

Mit dem Synthi 100 erschien 1971 das EMS-Flaggschiff: zwölf Oszillatoren, Digitalsequencer, zwei 60×60-Matrizen – ein ganzes Tonstudio in einer Maschine. Nur 31 Exemplare wurden gebaut und standen in Rundfunkanstalten Europas und den USA wo sie von Künstlern wie Karlheinz Stockhausen, Rolf Gehlhaar oder Stevie Wonder gespielt wurden.

Ein Jahr später brachte EMS den Synthi AKS, eine VCS-3-Variante im Aktenkoffer, mit Touchpad-Tastatur und eingebautem Sequencer heraus. Der AKS prägte den Sound von Pink Floyds Dark Side of the Moon und die Hi-Hat von „On the Run“ ist in Wahrheit nur ein kurzes Rauschsignal des VCS. Der Synthi AKS klang nach Zukunft und wurde so zum Sound einer Dekade.

Was in Vermont als Projekt begann, wurde in London zum Instrument einer Generation. Bodes Gedanken vom Synthesizer ohne feste Form waren auf der Bühne angekommen.

Ein VCS 3 II mit den drei Hauptoszillatoren oben links, dem Patchfeld unten links und dem Joystick unten rechts | Foto: MIM (gemeinfrei)
Ein VCS 3 II mit den drei Hauptoszillatoren oben links, dem Patchfeld unten links und dem Joystick unten rechts | Foto: MIM (gemeinfrei)
Moog System 55, Moog 1150 Ribbon Controller, Moog 1130 Percussion Controller, Minimoog | Foto: Clusternote, CC BY-SA 4.0
Moog System 55, Moog 1150 Ribbon Controller, Moog 1130 Percussion Controller, Minimoog | Foto: Clusternote, CC BY-SA 4.0

Über die Reihe Von Orgelpfeifen und Software-Plugins

Hamburg ist eine Musikstadt – im 17. Jahrhundert entsteht hier eine der ersten Bürgeropern Europas, große Komponist:innen wirkten seit Jahrhunderten an der Elbe, und heute reihen sich Elbphilharmonie, Musicalproduktionen und die Clubs der Reeperbahn in eine Geschichte, die klassische, populäre und experimentelle Musik gleichermaßen umfasst. Was dabei meist übersehen wird: Hamburg ist seit dem Mittelalter einer der produktivsten Orte der Welt, wenn es um Erfindung und Weiterentwicklung von Musiktechnologie geht – nicht Kulisse, sondern Werkstatt.

Die Serie Von Orgelpfeifen und Software-Plugins erzählt in acht Beiträgen eine Ideengeschichte und eine Geschichte des Wissenstransfers: von der Orgel als Hochtechnologie des Mittelalters bis zum ligeti zentrum als Entwicklungsort hybrider Instrumente der Gegenwart und Zukunft. Eine Einladung, Hamburg neu zu lesen – als Stadt mit technologischen Visionen und Musiktechnologien von Weltgeltung.

Titelfoto: EMS Synthi AKS von 1972 | Foto: Kimi95 CC BY-SA 3.0

Der Beitrag Von Orgelpfeifen und Software-Plugins, Teil 5: Der Synthi im Koffer – Wie Bodes Idee nach Europa kam erschien zuerst auf ligeti zentrum.

Mon, 08 Jun 2026 12:43:54 +0000

Von Orgelpfeifen und Software-Plugins, Teil 4: Der „Vater des Modularsynthesizers“ war ein Hamburger

Von Dr. Fabian Czolbe

Wer heute einen Synthesizer hört, in einem Popsong, in Filmmusik oder in EDM hört das Echo eines Ingenieurs, den kaum jemand kennt: Harald Bode. Geboren 1909 in Hamburg, gestorben 1987 in den USA – dazwischen wohl einer der stillsten, aber folgenreichsten Entwickler für die elektronischen Musik im 20. Jahrhundert.

Bode wuchs in einem musikalischen Haushalt auf: Der Vater spielte Orgel, die Mutter Cembalo. Statt Musiker wurde er aber Physiker. An der Universität Hamburg studierte er Physik und Mathematik, schloss 1934 ab und baute schon kurz darauf eines der ersten polyphonen elektronischen Tasteninstrumente – die Warbo Formant Orgel von 1937. Hamburg war für Bode nicht der Ort, an dem er bekannt wurde, sondern der, an dem er das Denken in Schaltkreisen, Schwingungen und Klangfarben lernte. 1954 zog er in die USA, wo er tagsüber für Estey Organ arbeitete und abends an einer Idee tüftelte, die so einfach wie radikal war: Was wäre, wenn ein elektronisches Musikinstrument keine feste Form mehr hätte? 

Hamburg war für Bode nicht der Ort, an dem er bekannt wurde, sondern der, an dem er das Denken in Schaltkreisen, Schwingungen und Klangfarben lernte

Ende 1959 stand das Konzept vom Audio System Synthesizer. Statt Röhren setzte Bode auf die noch junge Transistortechnik – seine Module wurden kleiner, stabiler und für Studio und Bühne tauglich. Oszillatoren, Filter, ein Bandschleifenhall, ein Tapedeck und ein Ringmodulator ließen sich per Kabel beliebig verschalten und über Steuerspannungen lenken: das erste patchbare, spannungsgesteuerte Modulsystem überhaupt. Zudem musste das Instrument seinen Klang nicht selbst erzeugen – über ein Mikrofon oder einen LineIn ließ sich beliebige Klänge einspeisen und verfremden. Aus dem Synthesizer wurde so zugleich ein Klangbearbeiter, ein Vorläufer späterer Effektketten eines Studios.

Bodes Gedanken wurden zur Grundlage der gesamten modernen Synthesizer-Architektur und er selbst damit wohl zum Vater des Modularsynthesizers

1960 stellte Bode das System auf der Tagung der Audio Engineering Society in New York vor. Im Saal saß der junge Robert Moog, der Bodes Konzept aufgriff und daraus wenige Jahre später den berühmten Moog-Synthesizer entwarf – auch Donald Buchla übernahm das Prinzip. Ab 1962 arbeitete Bode zudem eng mit dem Komponisten Vladimir Ussachevsky zusammen und entwickelte aus dieser Verbindung den Bode-Ringmodulator und Frequenzschieber, die in zahlreiche Studios und Synthesizer einzogen.
Bodes Gedanken wurden zur Grundlage der gesamten modernen Synthesizer-Architektur und er selbst damit wohl zum Vater des Modularsynthesizers. Dass diese Geschichte in einem Hamburger Hörsaal begann, weiß kaum jemand.


Weiterführende Informationen zu Harald Bode und seinem Wirken finden sich auf der Seite des ZKM Karlsruhe, wo sich auch der Nachlass Bodes archiviert ist.

Moog System 55, Moog 1150 Ribbon Controller, Moog 1130 Percussion Controller, Minimoog | Foto: Clusternote, CC BY-SA 4.0
Moog System 55, Moog 1150 Ribbon Controller, Moog 1130 Percussion Controller, Minimoog | Foto: Clusternote, CC BY-SA 4.0

Über die Reihe Von Orgelpfeifen und Software-Plugins

Hamburg ist eine Musikstadt – im 17. Jahrhundert entsteht hier eine der ersten Bürgeropern Europas, große Komponist:innen wirkten seit Jahrhunderten an der Elbe, und heute reihen sich Elbphilharmonie, Musicalproduktionen und die Clubs der Reeperbahn in eine Geschichte, die klassische, populäre und experimentelle Musik gleichermaßen umfasst. Was dabei meist übersehen wird: Hamburg ist seit dem Mittelalter einer der produktivsten Orte der Welt, wenn es um Erfindung und Weiterentwicklung von Musiktechnologie geht – nicht Kulisse, sondern Werkstatt.

Die Serie Von Orgelpfeifen und Software-Plugins erzählt in acht Beiträgen eine Ideengeschichte und eine Geschichte des Wissenstransfers: von der Orgel als Hochtechnologie des Mittelalters bis zum ligeti zentrum als Entwicklungsort hybrider Instrumente der Gegenwart und Zukunft. Eine Einladung, Hamburg neu zu lesen – als Stadt mit technologischen Visionen und Musiktechnologien von Weltgeltung.

Titelfoto: Harald Bode | © Harald Bode, ZKM | Karlsruhe, Nachlass Harald Bode

Der Beitrag Von Orgelpfeifen und Software-Plugins, Teil 4: Der „Vater des Modularsynthesizers“ war ein Hamburger erschien zuerst auf ligeti zentrum.

Tue, 02 Jun 2026 05:30:42 +0000

Kill the HiPPO: Wie kleine Software-Teams entscheiden, was sie bauen

Ich habe vor Kurzem zusammen mit einem Co-Autor ein Buch geschrieben: Kill the HiPPO. Darin gehen wir der Frage nach, wie kleine, eigenfinanzierte Software-Unternehmen entscheiden, welches Feature sie als Nächstes bauen.

Zu diesem Thema gibt es bereits jede Menge Material – allerdings mit einem starken Bias: Das meiste richtet sich an Teams in großen Organisationen mit üppigen Ressourcen und oft auch VC-Funding. Dabei wird der Großteil aller Software von kleinen, eigenfinanzierten Teams entwickelt. Und diese Teams arbeiten unter völlig anderen Voraussetzungen. Im Grunde haben sie von allem weniger: weniger Daten, weniger Zeit, weniger Ressourcen und weniger Leute. Trotzdem müssen sie kritische Produktentscheidungen treffen.

Weiterlesen auf produktbezogen.de

produktbezogen.de – Der Blog für Produktmanagement und User Experience Design
Aktuelle Artikel | Buchempfehlungen | Jobs | Über uns

Tue, 26 May 2026 10:49:20 +0000

Von UX Research machen zu UX Research wirksam machen: Rebekka Schüler über Stakeholder, Produktteams und kundenzentrierte Entwicklung

UX Research wirksam machen, das gelingt nicht immer. Oft werden UX und User Researcher (w/m/d) in die Rolle von „betrieblichen Forschenden“ gestellt, vereint in einer Abteilung und wartend auf interne Aufträge.

Doch was passiert, wenn UX-Researcher:innen nicht nur Studien auf Anfrage durchführen, wenn sie stattdessen in Produktteams integriert werden, durch ihre Arbeit Unsicherheiten reduzieren, Entscheidungen beeinflussen, Kollegen und Kolleginnen zufriedenstellen und für kundenzentrierte Entwicklung begeistern?

Rebekka Schüler im Portrait

Rebekka Schüler
UX Researcherin, Mentorin, Dozentin

Genau darüber habe ich mit Rebekka Schüler gesprochen.

Rebekka arbeitet seit 2019 als UX-Research Fachberaterin bei DATEV und beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie UX Research in Organisationen wirksamer werden kann – und darüber durfte ich mit ihr sprechen, darf Sie, liebe Leser und Leserinnen, teilhaben lassen an nun schon 7 Jahren Erfahrungen bei der DATEV.

Was mich im Gespräch besonders angesprochen hat:
Obwohl Rebekka aus einem großen Unternehmen heraus arbeitet – und ich selbst viele Jahre aus der Perspektive einer UX-/Research-Agentur auf Organisationen geblickt habe – teilen wir eine zentrale Überzeugung:

UX / User Research entfaltet seine größte Wirkung dort, wo Menschen befähigt werden, bessere Entscheidungen zu treffen.

Los geht’s, rein ins Gespräch mit Rebekka.

Zwischen Stakeholdern, Produktteams und Kundennähe: Rebekka Schüler über ihre Rolle bei DATEV

Liebe Rebekka, du bist UX-Research Fachberaterin bei DATEV: Was bedeutet diese Rolle für dich ganz konkret im Alltag?

Rebekka: Ich bin für die fachliche Führung der UX Research-Community zuständig und überlege, wie wir als Researcher:innen in der Organisation wirksamer sein können und das nicht zum Selbstzweck, sondern um unsere Produktteams dabei zu unterstützen, kundenorientierte Entscheidungen zu treffen.

So wie sich die Welt gerade dreht, mit neuen Technologien und Co., spielen Effizienz und Skalierung von UX Research (kurz: UXR) dabei eine wichtige Rolle. Ganz konkret im Alltag bedeutet das, viel Stakeholderarbeit, Gespräche führen, gemeinsam Roadmaps entwickeln oder in Workshops neue Prozesse entwickeln. Es bedeutet viel Menschenkontakt, die Bedürfnisse des Gegenübers verstehen und versuchen diese zu erfüllen.

Wenn du deine Rolle in einem Satz beschreiben müsstest: Wofür bist du im Unternehmen da?

Rebekka: Ich möchte jedem Produktteam ermöglichen, seine Entscheidungen aufgrund von validen Kundendaten treffen zu können. Damit wir Unsicherheiten in der Entwicklung aus dem Weg räumen, Risiken minimieren und Produkte auf den Markt bringen können, die die Bedürfnisse unserer Kund:innen erfüllen.

Von der Pflicht zur Kür – Von UX Research machen zu UX Research wirksam machen!

Was unterscheidet für dich „UX-Research machen“ von „UX-Research wirksam machen“?

Rebekka: Puuh ich würde sagen: Welten! Ich mache da immer gerne eine sehr plakative Spanne auf:

An dem einen Ende sitzen wir im stillen Kämmerlein und warten auf die Anfragen nach Usability-Tests. Das passiert meist ganz am Ende des Produktentwicklungsprozesses, wobei die Produktteams darauf hoffen kein negatives Kundenfeedback zu bekommen, weil sie gar keine Zeit mehr hätten, dieses vor Freigabe umzusetzen.

An dem anderen Ende der Spanne sitzen wir mit den Produktteams an einem Tisch, sind an den Diskussionen beteiligt, bekommen die Unsicherheiten in der Entwicklung mit und zeigen Mehrwerte von UXR auf und weisen auf Risiken hin.

Dies kann schon zu Beginn des Entwicklungsprozesses sein, wo es um die Produktvision geht, indem wir die Bedürfnisse unserer Kunden abfragen oder Customer Journeys evaluieren oder später im Prozess, wo es schon erste Produktideen gibt und wir diese gegeneinander testen, um danach mit verschiedenen UXR-Methoden (MaxDiff, Kano) Features zu priorisieren.

All das passiert lange vor dem abschließendem Usability-Test und führt dazu, dass wir dann kurz vor Freigabe in einem abschließenden Test keine großen Überraschungen erleben. All das muss auch nicht lange dauern, verhindert aber, dass wir Features zweimal entwickeln müssen.

Es geht nicht darum, Methoden aus dem Lehrbuch anzuwenden, sondern flexibel und pragmatisch mit dem Produktteam gemeinsam Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen und dabei als UX-Researcher:in den eigenen Qualitätsanspruch beizubehalten.

UX Researcher:innen wirken am stärksten, wenn sie Teil von Produktteams sind

In welchen Situationen erlebst du, dass UX-Research Wirkung entfaltet – und auf welchen Ebenen?

Rebekka: Wenn wir die Kundenbedürfnisse erhoben und evaluiert haben, hilft dies den Produktteams ihre ersten Ideen zu Produkt und Funktionsumfang besser am Kunden auszurichten. Sie können priorisieren und bei wenig Zeit und hohem Druck, den ersten Funktionsumfang so bestimmen, dass dieser die wichtigsten Bedürfnisse trifft. Wenn die Teams wissen, was sie auch erst einmal weglassen können, zeigt UX-Research Wirkung bezüglich effizienter Produktentwicklung. Auch wenn wir später im Prozess Kundenfeedback zur Priorisierung von Features einholen, hat dies denselben wirkungsvollen Effekt.

Wirkung entfalten kann vor allem eine/n UX-Researcher/in, wenn sie/er einem Vorhaben/Produkt über einen längeren Zeitraum zugeordnet ist und mit dieser Kompetenz im Team von Beginn an kontinuierlich kundenzentriert entwickelt wird.

Weil du auch nach der Wirkung auf verschiedenen Ebenen fragst: Ich würde die Wirksamkeit nicht in Ebenen aber Zeitpunkten im Entwicklungsprozess unterteilen.

Je früher wir mit einer kontinuierlichen kundenzentrierten Entwicklung beginnen, desto effektiver und effizienter ist das.

Es ist viel aufwändiger, erst bei oder nach Freigabe auf Probleme zu stoßen und diese dann zu beheben. Dann sprechen viele mit und als Produktteam kann ich das Produkt nicht mehr in Ruhe entwickeln und die UXR-Erkenntnisse umsetzen.

UX Research wirksam machen: Klarheit schaffen, Risiken minimieren und Nutzerforschung erlebbar machen

Was tust du, damit deine Arbeit nicht nur Ergebnisse liefert, sondern Entscheidungen beeinflusst?

Rebekka: Ich persönlich schaue, wie wir das von zentraler Stelle beeinflussen können, z.B. mit UXR-Vorgaben im Freigabeprozess.

Schwere Usability-Probleme, die in einem abschließenden Usability-Test mit nahezu finalem Entwicklungsstand auftreten, sollen am besten vor Pilotierung, spätestens vor der Freigabe behoben werden. Je nach Höhe des Risikos können diese Usability-Probleme, wenn nicht behoben, gegen eine Freigabeempfehlung aus UXR-Sicht sprechen. Hier beeinflusst die UXR-Arbeit direkt Entscheidungen.

Meine UXR-Kolleg:innen in den Produktteams beeinflussen die Entscheidungen bereits, indem sie von Anfang an gemeinsam mit den Produktteams Unsicherheiten, Risiken in der Produktentwicklung und die dazu geeigneten UXR-Maßnahmen und wie diese ihre aktuellen Fragestellungen beantworten, besprechen. Somit sind die Kolleg:innen an den Ergebnissen interessiert und treffen daraufhin ihre Entscheidungen. Dies gelingt aber nur, wenn wir mit am Tisch und nicht im stillen Kämmerlein sitzen.

Wie schaffst du es, Menschen für UX-Research zu begeistern und dein Wissen weiterzugeben – bei deinem Arbeitgeber aber auch in deinen Rollen als Dozentin und Mentorin?

Rebekka: Menschen, die bisher noch keinen Bezug zu UXR hatten, versuche ich bei ihren Fragestellungen und Problemen abzuholen.

Ich stelle z.B. Product Ownern, Requirements Engineers die Frage: Was treibt euch gerade um? Wo seid ihr dran? Wo sind eure Unsicherheiten?
Um ihnen dann zu zeigen, wie wir mit UXR hier unterstützen, für Klarheit sorgen können.

Mir ist es wichtig nicht von einem hohen Ross oder aus dem Lehrbuch zu sprechen, sondern die Leute genau dort zu unterstützen, wo sie es gerade benötigen.

Je nachdem um welche Menschen es sich handelt – hier ist es gut, sich mit Stakeholdermanagement zu beschäftigen – ist es wichtig die Sprache des Gegenübers zu sprechen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, über Unsicherheiten und Risiken zu sprechen, als Vor- und Nachteile einzelner Methoden aufzulisten. Es braucht aber auch Erfahrung mit dem richtigen UXR-Methodenset spielen zu können, um schnell, pragmatisch und trotzdem mit hoher Qualität Kundenfeedback einzuholen und zu analysieren.

Als Dozentin macht es mir einfach großen Spaß mein Wissen weiterzugeben. Am besten gelingt mir das, wenn ich über meine Erfahrungen spreche und die Studierenden meine Inhalte selbst erleben lasse. Das geht z.B. sehr gut mit einem schnellen Design-Thinking-Durchlauf. Mit einer Challenge entwickeln die Studierenden eine konkrete Lösung zu einem Problem, setzen die Nutzerbrille auf und wenden verschiedene UXR-Maßnahmen an.

Ich glaube, das meiste lernen sie bei echten Kundeninterviews. Es ist nicht leicht, sich das zu trauen, aber der Lerneffekt ist immer sehr groß. Plötzlich erkennen die Studierenden, dass ihre Meinung nicht die der Nutzer:innen ist.

Befähigung ersetzt keine UX-Research-Expertise!

Wie viel UX-Research kann durch spezialisierte Rollen abgedeckt werden – und wo müssen auch andere im Unternehmen für menschzentrierte Gestaltung befähigt werden?

Rebekka: Ich bin der Meinung, dass im Prozess rund um UXR ausgebildete und erfahrene Researcher:innen involviert sein müssen. Wenn zu Beginn eines Vorhabens Unsicherheiten und Risiken gemeinsam mit dem Produktteam betrachtet werden, können passende UXR-Maßnahmen, Zielgruppen und Test-Set-ups definiert werden.

Die eigentliche Durchführung kann anschließend teilweise auch durch Tools oder standardisierte Prozesse unterstützt werden. Entscheidend ist jedoch, dass anschließend wieder UX-Research-Kompetenz eingebunden wird, um Ergebnisse einzuordnen, Handlungsempfehlungen abzuleiten und sicherzustellen, dass die Erkenntnisse in die Produktentwicklung einfließen.

Du hast aber nach Befähigung von Kolleg:innen und nicht den Einsatz von Tools gefragt: Ich sehe nicht, dass man mit einer Befähigung von nicht ausgebildeten Kolleg:innen, die Kompetenz aus einer jahrelangen Ausbildung und Arbeitserfahrung nachbilden kann. Die Erfahrung, die man in mehreren Instituten/Unternehmen, mit mehreren Zielgruppen, Produkten, Branchen, Zielgruppen, Ländern, usw. sammelt, bekommt man innerhalb eines Unternehmens nicht nachgebildet.

Ich sehe einen großen Hebel dabei, Kolleg:innen darin zu befähigen, noch besser mit einem externen UXR-Dienstleister, UXR-Maßnahmen durchzuführen und mit den Ergebnissen weiterzuarbeiten. Methoden-Set inkl. Zielgruppendefinition und Test-Set-up wird durch interne UXRs beraten. Der Dienstleister muss aber immer in der Lage sein, dies kritisch zu beurteilen und wenn nötig zu ändern.

Natürlich bietet das Verständnis für menschzentrierte Gestaltung von jedem/r in der Organisation einen sehr großen Mehrwert und erleichtert uns UX-Researcher:innen die Arbeit ungemein, weil wir nicht erst überzeugen müssen und gleich in die Umsetzung starten können.

Lernreisen: Wie UX Research durch gezielte Entwicklung wirksamer wird

Welche Rolle kann aus deiner Sicht und deiner Erfahrung heraus HR und People Development dabei spielen, UX-Research im Unternehmen noch wirksamer zu machen?

Rebekka: Ich denke, es beginnt bei HR dabei, zu verstehen, was genau die Rolle/Disziplin UX-Research beinhaltet, z.B. wie sie sich von UX Design unterscheidet und warum es Sinn macht, diese 2 Disziplinen getrennt zu betrachten.

Weiter geht es mit der Rekrutierung/Einstellung einer ausreichenden Anzahl an Personen bis hin zum Staffing, dem Einsatz der UX-Researcher:innen auf – für das Unternehmen – hoch priorisierten  Vorhaben/Produktteams.

Sind die UX-Researcher:innen einmal eingesetzt, können People Leads für die persönliche Weiterentwicklung sorgen. Meine Arbeit hat es sehr erleichtert, seitdem rollenbasiert geführt wird. D.h. dass es eine People Lead für die Researcher:innen gibt. Diese kann sich nun mit der Disziplin vertraut machen und kennt die Herausforderungen und Bedürfnisse ihrer UXR-Mitarbeitenden.

Zusammen können wir überlegen, wie die Disziplin wirksamer werden kann und dazu gehört auch die Weiterentwicklung der Menschen. Wichtig ist dabei, die Kolleg:innen nicht von einer Weiterbildung zur nächsten zu schicken. Sondern individuell zu schauen, wo wir stehen und dann gezielt Entwicklungsimpulse zu setzen und dafür zu sorgen, dass diese auch nachhalten, Einsatz in der Praxis finden.

Da bin ich großer Fan von Lernreisen. Darunter verstehe ich, in Kleingruppen weiter an den Inhalten, gesteckten Zielen zu arbeiten, sich dazu auszutauschen und sich so gemeinsam weiterzuentwickeln.

Die unterschätzten ‚User‘ von UX-Research: unsere Stakeholder!

Was würdest du UX-Researcher:innen raten, die gerade versuchen mehr positive Wirkung („Business Impact“) in ihren Unternehmen zu entfalten?

Rebekka: Ich würde mit Stakeholdermanagement beginnen. Damit meine ich, unsere Stakeholder, wie wir ja auch für unsere Nutzer:innen predigen, zu verstehen, ihre Bedürfnisse zu kennen, um dann darauf eingehen zu können.

Das kann auch heißen, dass man sich mit den Unternehmenszielen- und Risiken, Controlling und Co beschäftigen muss.

Wenn ich die Unternehmensziele kenne und weiß, was es kostet/bedeutet, ein Feature zweimal zu entwickeln, hat man bessere Argumente für eine Absicherung durch valides Kundenfeedback.

Naja, und dann das alte Lied von guten Beispielen: aufzeigen, erzählen (noch besser von den Teams erzählen lassen), wie durch gute UXR-Arbeit das Kundenerlebnis besser geworden ist. Dazu braucht es auch Messinstrumente: vor, bei und nach Freigabe.

Vielleicht hier noch eine Anekdote zum Schluss:

Wir haben vor einigen Jahren die Bedürfnisanalyse etabliert. Dabei ermitteln wir zunächst in qualitativen Interviews die Bedürfnisse, passend zum Job-to-be-done, und lassen diese dann in einer quantitativen Umfrage von unseren Kund:innen bewerten. So wissen wir dann, welche Bedürfnisse am Markt untererfüllt oder übererfüllt sind.

Die Idee fanden viele unserer Stakeholder toll. Ausprobieren wollte es aber keiner mit uns. Dann haben wir es einfach gemacht. Wir haben aus bestehenden Produktstrategien Bedürfnisse extrahiert und in die quantitative Befragung gepackt. Die Ergebnisse haben wir in der Organisation an verschiedenen Stellen vorgestellt. Plötzlich haben die Kolleg:innen den Mehrwert verstanden und wollten so eine Analyse mit uns gemeinsam durchführen.

Also, wenn ihr von Themen überzeugt seid, zunächst aber keinen findet, der es mit euch ausprobiert, schaut, wie ihr trotzdem zum Ziel kommt. Unsere Stakeholder brauchen etwas Visuelles, Ergebnisse, um besser verstehen zu können, worauf wir hinauswollen.

Vielen Dank, liebe Rebekka, für die Offenheit und die vielen praxisnahen Einblicke in deine Arbeit bei DATEV.

Vielleicht liegt ein bislang unterschätztes Forschungsfeld für uns UX-Researcher:innen genau dort, wo unsere Arbeit Wirkung entfalten soll:
Bei unseren Stakeholdern, Produktteams und Entscheider:innen. Also bei den „Usern“ unserer eigenen Insights. Ich glaube, das könnte ein spannendes Thema für ein zweites Interview und einige wissenschaftliche Studien sein, liebe Rebekka. Oder für einen tieferen Austausch auf einer der kommenden Veranstaltungen der German UPA.

Der Beitrag Von UX Research machen zu UX Research wirksam machen: Rebekka Schüler über Stakeholder, Produktteams und kundenzentrierte Entwicklung erschien zuerst auf Nutzerbrille.

Wed, 13 May 2026 06:25:12 +0000

User Research wirksam machen: Impact-Argumentation statt ROI-Illusion!

Was bringt uns User Research eigentlich? Lässt sich der Beitrag von UX / User Research zum Geschäftserfolg messen, hat das „Business Impact“? Messbar, idealerweise als erkennbaren und messbaren Wertbeitrag zum Return on Investment?

Die Frage ist nachvollziehbar.
Aber sie ist falsch gestellt.

Denn sie unterstellt, dass sich die Wirkung von User Research isolieren, kausal zurechnen und in eine Kennzahl überführen lässt. Genau das ist in der Praxis selten der Fall.

Was wir tun – und wie User Research Wirkung entfaltet!

Wir wissen ziemlich genau, was wir als UX- und User Researcher:innen tun:

  • Wir verstehen und beschreiben Nutzungskontexte.
  • Wir identifizieren Bedarfe und Probleme.
  • Wir spezifizieren und priorisieren Anforderungen.
  • Wir testen Produkte mit Nutzern und Kunden.

Kurz: Wir erzeugen Erkenntnisse („Insights“) und schaffen Wissen.

Was dabei oft unterschätzt wird: Ein großer Teil unserer Arbeit besteht nicht in der Durchführung von Studien, sondern in der Zusammenarbeit mit anderen.

  • Wir stimmen uns mit Produktteams ab.
  • Wir entwickeln und klären Fragestellungen.
  • Wir vermitteln und kontextualisieren Ergebnisse.
  • Wir sorgen dafür, dass Erkenntnisse verstanden und genutzt werden.

User Research ist damit keine reine Forschungsfunktion. Unsere Arbeit ist Teil des Entscheidungsprozesses beim Gestalten digitaler Produkte und Services.

„Wir liefern nicht nur Erkenntnisse, wir machen Entscheidungen besser.“

Wo entsteht eigentlich die Wirkung von UX / User Research?

Sie entsteht dort, wo auf Basis von Erkenntnissen entschieden wird:

  • bei der Gestaltung von Produkten und Services,
  • bei der Priorisierung von Inhalten und Funktionen
  • bei strategischen Weichenstellungen zur Wertschöpfungsarchitektur oder zum Geschäftsmodell.

UX / User Research wirkt im Entscheidungsprozess. Und diese Wirkung ist doppelt:
Wir helfen, Risiken und Fehlentwicklungen zu vermeiden – und Potenziale zu erkennen und zu erschließen.

„Wir erklären unsere Wirkung oft über das, was wir verhindern
– nicht über das, was wir ermöglichen.“

Warum wir unsere Wirkung oft falsch erklären!

Wenn ein Produkt erfolgreich ist, liegt das selten nur an User Research. Erfolg entsteht im Zusammenspiel aus Erkenntnissen, Umsetzung, Marktbedingungen, Wettbewerb und Timing.

Den Wertbeitrag einer einzelnen Disziplin darin isoliert bestimmen zu wollen, ist kaum möglich. Und dennoch versuchen wir es immer wieder. Wir versuchen, unseren Wert über Return-on-Investment-Betrachtungen zu rechtfertigen.

Das ist eine Illusion, von der wir uns lösen sollten. Denn ROI setzt eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung voraus. User Research wirkt aber niemals isoliert. Seine Wirkung entfaltet sich im System:

Insights × Umsetzung × Marktbedingungen × Wettbewerb × Zeit

Wenn einer dieser Faktoren schwächelt, leidet das Ergebnis, auch bei exzellenter, objektiver und valider Markt-, Kunden- und Nutzerforschung.  Wer hier nach einem exakten ROI sucht, setzt auf Scheingenauigkeit.

Wirkung dort messen, wo sie entsteht!

Wenn User Research im Entscheidungsprozess wirkt, liegt eine Frage nahe: Warum messen wir seine Wirkung nicht genau dort?

Statt nach einem eindeutigen ROI-Wirkungsbeitrag vergebens zu suchen, sollten wir den Blick auf die Zusammenarbeit mit denjenigen richten, die Entscheidungen treffen:

  • Produktmanagerinnen und Produktmanager
  • Product Owner
  • Fachbereichsleiter und Fachbereichsleiterinnen
  • Top-Management (Marketing, Vertrieb, HR …).

Die zentrale Frage:

„Wie gut konnte ich als UX / User Researcher dich dabei unterstützen, erfolgreich zu sein?“

Diese Perspektive verändert, wie wir den „Business Impact“ unserer Arbeit messen und belegen.

Genau diese Wirkungen werden selten gemessen. Umso wichtiger sind Ansätze. die das ändern – wie zum Beispiel der von Frederik Bader entwickelte Research Promoter Score.

User Research ist – wie strategische Beratung, Mediaplanung oder kreative Arbeit – kein Profit Center. Unser Beitrag liegt in besserer Entscheidungsqualität.

Mein Appell

Es ist an der Zeit, unseren Blick auf UX und User Research zu schärfen.

Weniger Rechtfertigung über ROI.
Weniger Fokus auf das, was wir verhindern.

Mehr Klarheit darüber, was wir tatsächlich bewirken:

  • Wir erhöhen Entscheidungsqualität.
  • Wir reduzieren Unsicherheit.
  • Wir helfen, die richtigen Dinge richtig gut zu gestalten.

Und mehr Klarheit auch zu der Frage: Wie steigern wir die Zufriedenheit von Entscheiderinnen und Entscheidern („Executive Experience“) in unseren Unternehmen, den Nutzenden unsere „Insights“?

Zwischen dem, was wir liefern …

  • eine valide und zuverlässige Datengrundlage
  • klare Schlussfolgerungen
  • nachvollziehbare Handlungsempfehlungen

und dem, was am Ende entschieden und umgesetzt wird, liegen …

  • persönliche Verantwortung von Entscheiderinnen und Entscheidern
  • Erfahrungen aus der Vergangenheit mit Tops und Flops
  • wahrgenommene Risiken und Ängste.

Wie gut versteht ihr, liebe User Researcherinnen und liebe User Researcher, die Menschen in euren Unternehmen, die mit euren Ergebnissen arbeiten und entscheiden?

Ihre Ziele.
Ihre Zwänge.
Ihre Sorgen und Ängste.
Ihre emotionalen Realitäten.
Ihre Risiken, die sie abwägen, eingehen oder meiden müssen.

Executive Experience (EX) als neues Betätigungsfeld für User Researcher (w/m/d)?

Ich frage mich, ich frage euch:

Behandeln wir Entscheider, Manager und Kolleg aus Entwicklung, Marketing, Sales und Produktmanagement manchmal zu wenig als Kunden und Nutzer unserer Arbeit?

Versetzen wir uns zu selten in sie hinein?
Verstehen wir ausreichend, was sie antreibt, woran sie gemessen werden, welche Risiken sie sehen, was sie fühlen und warum sich manche Entscheidungen trotz klarer Datenlage eben nicht nachvollziehbar anfühlen?

Und ist genau das vielleicht einer der Gründe, warum gute UX / User Research manchmal weniger Einfluss entfaltet als sie könnte?

Dieser Beitrag erschien in ähnlicher Form auf marktforschung.de in meiner Kolumne Klarblick UX

Der Beitrag User Research wirksam machen: Impact-Argumentation statt ROI-Illusion! erschien zuerst auf Nutzerbrille.

Sun, 03 May 2026 09:17:52 +0000

Eine Glaskugel vor einem Dämmerungshorizont. Darunter 4 Portraits. 2 Frauen. 2 Männer
Text: 28.5. UX-Design im Wandel

Roundtable am 28.5.26 :: Die Zukunft von UX Wer sind wir morgen und wenn ja, wie viele? – mit den Panelistas Sabine von Nordheim, Thomas Latus, Sabine Hipp und @wolfbruening

Infos: uxhh.de/#roundtable
Tickets: eventbrite.de/e/uxhh-roundtabl

in Hamburg

Sat, 14 Mar 2026 17:18:47 +0000

Du bis ein UX-Blogger aus Hamburg oder Deine Firma in der Metropolregion Hamburg hat einen Blog und kümmert sich um die UX von Produkten und Services? Dann nehmen wir gerne Deinen RSS-Feed für auf.
Denn das Syndikat fließt wieder mprove.de/blogs/rss/index.php?

( Jetzt schon im Menü; und bald auch direkt auf der Site uxhh.de )

Sun, 01 Feb 2026 11:02:44 +0000

9 kleine Fotos mit Impressionen vom Event. Publikum und Referent und ein Beamer-Bild

Fotos – Feedback – Referenzen zum UX Roundtable mit Thorsten Barré "AUF" uxHH >> uxhh.de/roundtable/archiv/inde

Thu, 08 Jan 2026 19:40:59 +0000

Save the date & get your ticket now for the Hamburg UX Roundtable on 29-Jan-2026 :: Thorsten Barré from on "One UX to rule them all? Multi-Touchpoint UX für die ZDF Streaming-Plattform"

uxhh.de/#roundtable

Fri, 05 Dec 2025 07:49:01 +0000

night scene with a christmas market and a ship. lots of lights and reflections

Will you join us at the uXmas gathering at Fleetinsel Christmas Market next Tuesday Dec-9?
Info and registration via eventbrite >> eventbrite.de/e/uxmas-gatherin

Mon, 17 Nov 2025 21:06:45 +0000

Der als Foto-Galerie zum Nachschauen und -schwelgen
photo.mprove.net/gallery/25/wu

/zusammengestellt von @mprove

World Usability Day
2025

Thu, 21 Aug 2025 15:05:52 +0000

Stefani Rohrbeck zu Gast im Roundtable am 9.9.25

User Experience ist Wandel. Um nicht immer den gleichen Quark zu produzieren, müssen auch Abläufe in Design- und Produktteams verändert werden. Wie gelingt es uns, Teams auf neue Ziele einzunorden? Stefani diskutiert mit uns die Bedingungen für erfolgreiche Transformationen.

Infos und (kostenfreie) Tickets :: uxhh-change.eventbrite.de/

Tue, 29 Jul 2025 09:15:03 +0000

Impressionen vom wunderbaren »UX and the FUTURE«-Roundtable bei prismeo.
Vielen Dank an Kai Klopsch und Jan Maas für die Gastfreundschaft; an Kai auch für seinen Vortrag!

Bilder: photo.mprove.net/gallery/25/ux

/photos @mprove et al.

Mon, 16 Jun 2025 14:32:13 +0000

Offenbar ein Lokal mit einem UXR-Plakat an der Wand. Außerdem eine Lampe aus roten kleinen Flaschen

Herzliche Einladung zum Sommer-uxHH-Dinner-Roundtable am Montag, den 14.Juli bei mama neben dem Rathaus.
Tickets: uxhh-summer-2025.eventbrite.de/

Mon, 21 Apr 2025 16:14:41 +0000

Eine LED-Konsole. Zulesen: MAY 26 2025. UX and the FUTURE

SaveTheDate :: Roundtable am 26.5.2025 in der Hamburger HafenCity. Kostenlose Early Bird Tickets gibt es ab sofort via uxhh.de/#aktuell

Thu, 13 Feb 2025 10:08:46 +0000

Ein Blick auf uxhh.de

(und etwas mehr) für Hamburg

Mon, 13 Jan 2025 20:53:20 +0000

Holzlettern zeigen spiegelverkehrt: UXWRITING

"Erfolgsfaktor UX-Writing" – Sichere Dir jetzt ein kostenfreies Ticket für den nächsten Roundtable am 30.1. mit Isabelle von Moeller und Sebastian Kopp:
Infos und Ticket: uxhh.de/

Thu, 24 Oct 2024 12:21:45 +0000

Panel mit 5 Leuten. Im Hintergrund ein Zebrastreifen mit den Worten: Design for Good or Evil.

Designing for a Better World 🌎 🌍 🌏 Noch 3 Wochen bis zum WUD (World Usability Day) am 14. November – Live an der HAW Finkenau. Wir treffen uns und laden Euch alle herzlich zu Diskussionen und Vorträgen rund um Design, Accessibility/Zugänglichkeit, sowie Nachhaltigkeit ein.
Organisiert wird der kostenlose Spätnachmittag von uns und dem SUX-Netzwerk.

Programm und kostenfreie Tickets via wudhh.de/

Wed, 16 Oct 2024 09:17:44 +0000

is back. Save the date or (even better) get your free ticket for 14-Nov-2024 :: wudhh.de/

Thu, 23 May 2024 10:33:40 +0000

[ 🎞️ ]

Der Film zum Roundtable über Kollaboration im Virtuellen Raum.

Links und Infos: uxhh.de/roundtable/archiv/inde

/Ein Film von Prismeo prismeo.de/