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Blogs im Fluss

Das Neueste aus Hamburgs User Experience Blogs. Die Original-Artikel sind jeweils im Datum verlinkt.

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Public posts from @uxHH@hci.social & Das Neueste aus Hamburgs User Experience Blogs

Wed, 07 Oct 2026 13:38:06 +0000

Musizierende Gehirne und ein klingender Tisch: Bei der SuedKultur-MusicNight werden mathematische Modelle in Musik übersetzt

Am 10. Oktober 2026 ist es wieder soweit: Zum nunmehr 16. Mal bringt die SuedKultur-MusicNight 2026 die Musikszene in Harburg zusammen. Auch das ligeti zentrum ist erneut mit dabei. Im Production Lab heißt es ab 17 Uhr: „Bühne frei für Klang à la Carte!“ Präsentiert wird ein musikalisches Dinner, zu dem jeder Act seine eigenen Zutaten beisteuert.

Mit dabei sind die mathematisch beeinflussten Klanglandschaften von Dr. Simon Linke (InnoLab) und Prof. Dr. Rolf Bader. Das Duo musiziert seit ein paar Jahren zusammen – zuletzt sogar in China. Dabei verwenden sie die sogenannte Impulse Pattern Formulation (IPF) – einen physikalischen Modellierungsalgorithmus, der Klänge, Rhythmen und großräumige Formen erzeugen kann. Was halten die Musiker für die MusicNight parat?

Foto: Jakob Mewes

ligeti zentrum: Ihr eröffnet die MusicNight im Production Lab des ligeti zentrums mit einer 30-minütigen Performance, bei der die Impulse Pattern Formulation (IPF) zum Einsatz kommt. Was hat es mit diesen mathematischen Algorithmen auf sich?

Simon Linke: Ich kombiniere IPF und andere mathematische Modelle aus den späten 1980er-Jahren, um Instrumente zu bauen, die so klingen, wie ich es will, sich aber tatsächlich auch wie richtige Instrument artikulieren. Mich hat an traditionellen Synthesizern schon immer gestört, dass man am Ende nur Knöpfe drückt. Und dann passiert immer dasselbe. Mithilfe der IPF kann ich auch Gegenstände so intuitiv spielen, wie ein klassisches, akustisches Instrument – ohne Synthesizer-Knöpfe programmieren zu müssen.

Für die MusicNight haben wir neue IPF-Instrumente gebaut und uns neue Klänge überlegt. Während der Performance improvisieren wir, um neue Klanglandschaften zu erschaffen.

Foto: Jakob Mewes

ligeti zentrum: Wie sehen diese Instrumente aus?

Simon Linke: In diesem Fall ist das auf den ersten Blick ein einfacher Tisch. Die Oberfläche kann ich anschlagen, ähnlich wie die Saite einer Gitarre. Das digitale System, das daran geknüpft ist, kann ich immer wieder anpassen, sodass es sich ständig verändert und damit ständig anders ist.

Klanglich steckt da aktuell ein Stück von einer Zither und einer Blockflöte drin – aber eben auch die natürlichen Eigenschaften, die eine Tischoberfläche mit sich bringt. Im Nachklang kann ich den Pickup von E-Gitarren koppeln. Das ist das Tolle an der IPF: Man hat eine Gleichung für alle möglichen Instrumente und kann einzelne Bauteile von Instrumenten quasi frei kombinieren.

Foto: Jakob Mewes

ligeti zentrum: Wie sehen diese Instrumente aus?

Simon Linke: In diesem Fall ist das auf den ersten Blick ein einfacher Tisch. Die Oberfläche kann ich anschlagen, ähnlich wie die Saite einer Gitarre. Das digitale System, das daran geknüpft ist, kann ich immer wieder anpassen, sodass es sich ständig verändert und damit ständig anders ist.

Klanglich steckt da aktuell ein Stück von einer Zither und einer Blockflöte drin – aber eben auch die natürlichen Eigenschaften, die eine Tischoberfläche mit sich bringt. Im Nachklang kann ich den Pickup von E-Gitarren koppeln. Das ist das Tolle an der IPF: Man hat eine Gleichung für alle möglichen Instrumente und kann einzelne Bauteile von Instrumenten quasi frei kombinieren.

Die IPF funktioniert auch als Gehirnmodell

Rolf Bader: Die IPF funktioniert auch als Gehirnmodell. Mein Instrument ist eine Ansammlung von Gehirnen, denen man Input gibt, ehe man sie für sich selbst laufen und Stimmen produzieren lässt. Das können Froschtöne sein oder Vogelgezwitscher, aber auch alle möglichen anderen Tiere. Die einzelnen Gehirne kopple ich miteinander, sodass sie einander zuhören und aufeinander reagieren. Zusammen bilden sie ihren kleinen Dschungel.  

ligeti zentrum: Woher stammt die Inspiration für diesen besonderen Gehirn-Synthesizer?

Rolf Bader: Letztes Semester habe ich ein Seminar zu Astromusikologie an der Universität Hamburg gegeben. Darin ging es um die Frage, wie Leben auf anderen Planeten wohl klingen würde. Das müssten nämlich auch selbstorganisierende Systeme sein – sonst wäre es kein Leben.

Eine NASA-Sonde hat bereits erste elektromagnetische Wellen und Radioaktivität auf dem Jupitermond aufgezeichnet, die in für Menschen hörbare Töne übersetzt wurden. Wenn da wirklich Leben ist, könnte man die Klänge abgleichen und rekonstruieren, wie diese Aliens gebaut sein müssten. Für den Moment haben wir uns diese Aliens erstmal selbst gebaut.

Foto: Jakob Mewes

Für den Moment haben wir uns diese Aliens erstmal selbst gebaut

ligeti zentrum: Eure Performances sind durch Improvisation ausgezeichnet. Ihr improvisiert aber nicht nur miteinander, sondern ebenfalls mit den Instrumenten. Wie fühlt sich das an?

Rolf Bader: Die Gehirne funktionieren in der Tat wie eigenständige Lebewesen. Und die machen nicht immer, was man will.

Simon Linke: Wir haben gelernt, wie man sie beeinflussen kann. Wenn Elemente aus der Reihe tanzen, kann man versuchen, sie zu überzeugen. Aber dasselbe gilt auch für uns beide: Man weiß nie richtig, was der andere macht. Das ist der Spaß an der Sache. Was passiert, ergibt sich live.

SuedKultur-MusicNight 2026 @ ligeti zentrum: Klang à la Carte!

Zur SuedKultur-MusicNight 2026 lädt das ligeti zentrum Künstler:innen mit unterschiedlichen Handschriften und Einflüssen zu einem musikalischen Dinner. Jeder Act bringt seine eigenen Zutaten mit: von mathematisch beeinflussten Klanglandschaften über vertonte chinesische Gedichte bis hin zu Instrumenten, die sich gegenseitig steuern.

 

10. Oktober 2026, 17:00–23:30 Uhr
Production Lab, ligeti zentrum (10. Stock)
Eintritt: 7,50 Euro

 

Der Beitrag Musizierende Gehirne und ein klingender Tisch: Bei der SuedKultur-MusicNight werden mathematische Modelle in Musik übersetzt erschien zuerst auf ligeti zentrum.

Tue, 06 Oct 2026 04:06:10 +0000

Vertrauen als Grundlage für empowered Product Teams: Wie man durch Delivery trust aufbaut

Shape Up in practice, Ryan Singer and Daniel Neuberger

🇬🇧 Read the English version.

Ein Team, das mehr Verantwortung übernehmen möchte, muss zunächst zeigen, dass es mit seiner aktuellen Verantwortung umgehen kann. Das klingt einfach. Ist es aber nicht.

Viele Product Teams wissen, wie gute Produktarbeit aussieht. Sie haben die Bücher gelesen. Sie waren auf den richtigen Konferenzen. Sie verstehen Discovery, Strategie und Outcomes.

Aber am Montagmorgen bekommen sie trotzdem Anforderungen vorgesetzt. Das Product Team wird darauf reduziert, die Lösung anderer umzusetzen.

Hier ist die unbequeme Wahrheit:

Empowerment kann nicht einfach erklärt werden. Vertrauen muss man sich verdienen. Und dieses Vertrauen beginnt mit Delivery.

Der Artikel enthält auch ein Gespräch mit Ryan Singer über „Shape Up“ als Tool für Product Delivery. Das Video findet ihr im Artikel.

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Mon, 28 Sep 2026 11:09:54 +0000

strg+alt+musik: Das war der Science Slam der Off-ICMC 

Ein Künstler:innen-Duo, drei Künstler und ein Thema: „strg+alt+musik: Musik in unserer digitalen Zeit“. Der Science Slam im Kultur Palast Harburg ging als Highlight der Off-ICMC hervor. Die kreativen Beiträge können nun auch online abgespielt werden.

Es war ein besonderer Abend im frisch sanierten Kultur Palast Harburg: Mit der ersten größeren Veranstaltung infolge der Schließung für Umbauarbeiten durfte das ligeti zentrum am 12. Mai 2026 erneut die Bühne freigeben. Beim Science Slam strg+alt-musik traten drei Künstler und ein Künstler:innen-Duo gegeneinander an. Das Motto: „Musik in unserer digitalen Zeit“ – zugänglich gemacht durch die humoristischen Beiträge der internationalen Präsentierenden und eine Simultan-Übersetzung über Bluetooth-Kopfhörer. Als Gewinner des Abends ging der US-amerikanische Komponist und Forscher Walker Smith hervor, der bereits 2025 als Resident zu Gast im ligeti zentrum war. Er überzeugte die Publikumsjury mit seiner Bühnenpersona Roy G. Biv und seinem interaktiven Vortrag über musikalische Chemie.

Der Abend bleibt als ein Highlight der Off-ICMC in Erinnerung. Das vom ligeti zentrum organisierte Begleitfestival zur International Computer Music Conference machte die aktuelle Forschung zu computergestützter Musik für über 400 Besuchende zugänglich. Nun stehen die Science-Slam-Beiträge von Karl Geber und Karina Erhard, Victor Gelling, Riccardo Mazza, und Walker Smith auch auf YouTube zur Verfügung.

Großes Kino im Kultur Palast Harburg: Der Science Slam ging als Highlight der Off-ICMC hervor | Foto: Daria Radler
Großes Kino im Kultur Palast Harburg: Der Science Slam ging als Highlight der Off-ICMC hervor | Foto: Daria Radler

Karl Gerber & Karina Erhard (DE): Virtuosität visualisiert

Gerade in Zeiten eines allgegenwärtigen KI-Hypes möchte das Publikum bei Live-Elektronischer Musik Vertrauen in eine direkte, unverfälschte Virtuosität der Performer gewinnen. Wie?

Seit 2019 arbeiten Karl F. Gerber und Karina Erhard als Duo an der Schnittstelle von Komposition, Improvisation, Elektronik und Performance. Ihr Fokus: das Zusammenspiel von Mensch und Maschine als unmittelbares Klangerlebnis. Zentral sind Gerbers automatisierte „Autoreninstrumente“ – von Violine und Zither bis zu Blockflöte oder Talking Drum –, erweitert durch Sensorik und interaktive Systeme. Die Stücke entstehen experimentell zwischen Konstruktion, Programmierung und Improvisation und wurden international bei Formaten wie NIME, CMMR und der ICMC präsentiert. Arbeiten wie „Limit“, „Produktionsmittel“ oder „Corporeality – in Honour of Harry Partch“ verbinden Flöten, mikrotonale Instrumente und automatisierte Klangapparate; mit „Four Strings not for Strings“ werden sogar Playstation-Controller zu Instrumenten. Mehrere Auszeichnungen – darunter Preise bei CMMR und Matera Intermedia sowie Filmpreise in Bangkok – unterstreichen ihre internationale Resonanz. Gerber entwickelt seit den 1980er-Jahren musikmechatronische Echtzeit-Systeme, Erhard ist als Flötistin in der zeitgenössischen Musikszene aktiv und gastierte u. a. bei der Münchener Biennale und den Darmstädter Ferienkursen. 

Victor Gelling (DE): Now my Life is Sweet like Cinnamon. Komplette Kontrolle? Zwischen X-Box, Keyboards und Tanzmatten

„Ich bin der Musikant mit Taschenrechner in der Hand.“ So oder so ähnlich beschrieben Kraftwerk sich und viele andere Computernerds, die tagein, tagaus vor ihren Computer sitzen und sich dabei immer wieder eine Frage stellen: Wie kontrolliere ich einen Klang, der keinen physikalischen Regeln folgen muss? Controller und Interfaces sind genau diese Knöpfe, Flächen und Objekte, mit denen elektronische Klänge nicht nur gebaut, sondern auch gespielt werden. Sie übersetzen Berührungen, Bewegungen und manchmal auch Zufall in Sound. Manche erinnern an Instrumente, andere eher an Werkzeuge oder Spielzeug. In diesem Vortrag geht es darum, wie diese Dinge funktionieren und warum sie für viele Musiker:innen so spannend sind. Was passiert eigentlich, wenn man einen Regler bewegt? Wie wird daraus Musik? Wo hört Technik auf und wo beginnt Ausdruck? Und muss man das überhaupt noch trennen? „Und wenn ich diese Taste drück, wird er ein kleines Musikstück gespielt!“

Victor Gelling (*1998 in Berlin) ist Komponist:in und Improvisator:in. Mit Saiteninstrumenten, unter Anderem Kontrabass, Tenorbanjo, Pedalsteel-Gitarren sowie Synthesizern und selbst programmierten Computerprogrammen erzeugt they Klänge von Jazz über Noise bis hin zu elektrischen Cowboysongs und komplexer Musik, die in Werken mit NOW MY LIFE IS SWEET LIKE CINNAMON, dem Antiphon-Orchestra, der Alternative-Country-Band Slowklahoma, Solowerken oder dem Spiel im Jorik Bergman Trio Gehör finden. Victor studierte Jazz-Kontrabass und Improvisation an der HfMT Köln. Victor gehört dem Vorstand der Kölner Jazzkonferenz e.V. an, ist Mitglied des impakt-kollektivs Köln und verwaltet das kollektiveigene Label impakt-records. Konzertreisen führten durch Europa, Nord- und Südamerika. Zu Festivalauftritten zählen das Acht-Brücken-Festival Köln, das Festival Warschauer Herbst, die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik, die Cologne Jazzweek und das Festival de La Habana de Música Contemporánea (Kuba).

Riccardo Mazza (IT): Sonic Earth: A Real-time Journey Through Environmental Data (ENG)

Sonic Earth ist eine interaktive Reise, die Umweltdaten in eine lebendige musikalische Landschaft verwandelt. Das Publikum erlebt eine „klangliche Weltreise“, bei der eine Live-Verbindung zu Wetterstationen und Satelliten-APIs Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Schadstoffwerte aus verschiedenen Ecken der Welt erfasst und in musikalische Kompositionen verwandelt, in der der Wind die Texturen formt und das Klima die Harmonie bestimmt. Sonic Earth erkundet, wie Technologie uns helfen kann, durch die universelle Sprache des Klangs wieder eine Verbindung zur Erde herzustellen.

Riccardo Mazza ist Komponist, Klangkünstler und Forscher mit Schwerpunkt auf der Wahrnehmung von Klang. Er unterrichtet Neue Technologien an der Hochschule für Musik (APM) in Saluzzo und ist Gründer der Experimental Studios in Turin. Im Laufe seiner Karriere hat er an innovativen Technologien für Kino und Musik gearbeitet, mit renommierten Künstlern zusammengearbeitet und Software für immersives Audio entwickelt. Sein neuestes Projekt, Sonic Earth, wurde weltweit präsentiert.

Walker Smith (USA): Musical Chemistry (ENG)

Wie würden Atome klingen? Ist das Periodensystem ein Musikinstrument? Feiern Heliumatome Tanzpartys? In diesem Vortrag nimmt euch der in Regenbogenfarben gekleidete „musikalische Chemiker“ Roy G. Biv mit auf eine Reise durch die Klänge der molekularen Welt. Mithilfe von Datensonifikation übersetzt er die von Atomen abgegebenen Lichtfrequenzen in für uns hörbare Klänge und schafft so für jedes Element einen einzigartigen mikrotonalen Akkord. Anhand seines interaktiven musikalischen Periodensystems wird er zeigen, wie er diese Lichtfrequenzen der Elemente genutzt hat, um musikalische Klangfarben, Tonleitern, Akkorde und ganze Kompositionen zu entwerfen. Er wird auch erläutern, wie seine Sonifikationsansätze die menschliche Hörwahrnehmung berücksichtigen und welche Strategien zur Klangtransformation uns ermöglichen, mehr Klangdetails zu hören und gleichzeitig ihren harmonischen Charakter zu bewahren. Als weltweit erster „musikalischer Chemiker“ erweitert er die Sonifikation zur (Per-)Sonifikation und erweckt die Klänge der molekularen Welt durch Helium-Tanzpartys und magische alchemistische Schlagzeuge zum Leben.

Walker Smith ist der weltweit erste „musikalische Chemiker“. Er stammt ursprünglich aus Knoxville, Tennessee, und ist derzeit Doktorand im Bereich computergestützte Musiktheorie und Akustik am Center for Computer Research in Music and Acoustics (CCRMA) der Stanford University. Er hat Bachelor-Abschlüsse in Chemie und Musikkomposition an der Indiana University Bloomington. Er kreiert pädagogische Multimedia-Performances, die Musik und Wissenschaft miteinander verbinden, darunter „The Sound of Molecules“, das er bereits vor Tausenden von Zuschauern in den Vereinigten Staaten und Europa aufgeführt hat. Im Rahmen eines Fulbright-Stipendiums in den Niederlanden entwickelte er das „Interactive Musical Periodic Table“, ein Projekt, das auf einer Tagung der American Chemical Society vorgestellt wurde. Im Sommer 2025 war er Artist-in-Residence und Forscher am Ligeti Zentrum in Hamburg. Dort entwickelte er eine neue Show mit dem Titel „The Well-Tempered Periodic Table“, die Sonifikationen chemischer Elemente mit akustischen Instrumenten, Publikumsinteraktion und Lichtdesign kombiniert. Er hat seine Sonifikationsforschung und Kompositionen auf Konferenzen und Festivals präsentiert, darunter AudioMostly, die International Conference on Auditory Display, die Sound and Music Computing Conference, die International Computer Music Conference und das New York City Electroacoustic Music Festival. Außerdem hat er ein Kapitel zu dem von Eduardo Miranda herausgegebenen Buch Advances in Quantum Computer Music beigetragen. Seine Forschungs- und Performancepraxis konzentriert sich vor allem auf die wissenschaftlichen, pädagogischen und musikalischen Möglichkeiten, das Periodensystem in ein Musikinstrument zu verwandeln und molekulare Musik zu schaffen. Walker ist Goldwater-Stipendiat und Knight-Hennessy-Stipendiat.

Über die besten Beiträge des Science Slam entschied das Publikum | Foto: Daria Radler
Über die besten Beiträge des Science Slam entschied das Publikum | Foto: Daria Radler

Save the Date: Der nächste Science Slam des ligeti zentrums steht an!

Das Format des Science Slams geht im ligeti zentrum schon bald in die nächste Runde. Unter dem Motto „strg+alt+ligeti“ geben am Tag der offenen Tür vier Mitglieder des ligeti zentrums ihre Forschung zum Besten. Los geht es am 5. Dezember 2026 um 19 Uhr im Production Lab. Weitere Informationen folgen in Kürze.

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Thu, 24 Sep 2026 12:44:33 +0000

Trust as the Foundation of Empowered Product Teams: How to Earn Trust Through Delivery

Shape Up in practice, Ryan Singer and Daniel Neuberger

🇩🇪 Zu diesem Artikel gibt es auch eine Deutsche Fassung.

A team that wants more responsibility has to demonstrate that it can handle its current level of responsibility first. That sounds simple. It is not.

Many Product Teams know what great product work looks like. They have read the books. They have been to the conferences. They understand discovery, strategy, outcomes.

But on Monday morning they are still getting handed requirements. The Product Team is reduced to just delivering someone else’s solution.

Here is the uncomfortable truth:

Empowerment cannot be declared. Trust has to be earned. And earning it starts with delivery.

The article also features a conversation with Ryan Singer about “Shape Up” as a tool for product delivery. You’ll find the video embedded in the article.

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Wed, 23 Sep 2026 14:56:21 +0000

Der erste Praktikant im ligeti zentrum

Durch die monatlich stattfindenden Synthesizer-Workshops hörte David Holzinger erstmals vom ligeti zentrum. Dass in der zehnten Klasse ein weiteres Schülerpraktikum auf dem Plan stand, kam ihm daher gelegen. Er bewarb sich – und wurde angenommen. Drei Wochen lang blickte er hinter die interdisziplinären Kulissen des ligeti zentrums. Neben Planungsmeetings, etwa zum anstehenden Tag der offenen Tür, schnupperte er in die verschiedenen Labs, testete Installationen wie Moving Sound Pictures und innovative Instrumente wie den Spatial Sampler. Nun zieht er sein Resümee. Ein Erfahrungsbericht des ersten Schülerpraktikanten im ligeti zentrum.

Mein Praktikum im ligeti zentrum

Mein Name ist David Holzinger und gehe in die 10. Klasse. Für mein Schulpraktikum hatte ich die Möglichkeit, drei Wochen im ligeti zentrum zu verbringen. Es war eine besondere Erfahrung für mich, einen Einblick in einen Ort zu bekommen, an dem Musik, Technik, Forschung und Kreativität zusammenkommen, da ich von so einer Kombination aus Themen noch nie einen richtigen Eindruck bekommen habe.

Am Anfang wusste ich selbst noch nicht genau, was mich dort erwarten würde, da ich das ligeti zentrum nur durch einen Synthesizer-Workshop kannte und dadurch noch nicht genau wusste, wie ein normaler Arbeitstag dort aussah. Neben den vielen Bereichen, die ich kennen lernen durfte, ist mir schnell klar geworden, dass das Wort „flexibel“ eine große Rolle in Bezug auf den Arbeitstag hatte. Es gab nämlich nicht nur flexible Arbeitszeiten, sondern auch flexible Arbeitsplätze, die den Leuten zustanden, die nur eine bestimmte Zeit lang im ligeti zentrum vor Ort waren.

Es war eine besondere Erfahrung für mich, einen Einblick in einen Ort zu bekommen, an dem Musik, Technik, Forschung und Kreativität zusammenkommen

Während meines Praktikums durfte ich nicht einfach nur zuschauen, sondern wurde in verschiedene Aufgaben einbezogen. Ich konnte eigene Sachen ausprobieren, Messungen durchführen und hab die Chance bekommen, zum ersten Mal in meinem Leben zu löten. Dabei habe ich auch gemerkt, dass hinter den Dingen, die man am Ende bei einer Veranstaltung oder einem Projekt sieht, mehr Planung und Arbeit steckt, als man vielleicht denkt.

Ganz zum Ende hin habe ich erfahren, dass ich der erste Praktikant am ligeti zentrum war, was mich sehr überrascht hat, da das ganz und gar nicht so wirkte. Es gab nämlich immer wieder neue Dinge zu entdecken und unterschiedliche Menschen, mit denen ich zu tun hatte. Dadurch waren die Tage abwechslungsreich und ich habe jeden Tag etwas Neues kennengelernt.

Ich bin froh, dass ich mein Praktikum dort machen durfte und natürlich ist es auch ein ziemlich gutes Gefühl, sagen zu können: Ich war der erste Praktikant im ligeti zentrum.

 

Das gesamte ligeti zentrum sagt Danke – für deine Zeit bei uns, deine Neugierde und deine Ideen!

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Wed, 23 Sep 2026 05:30:31 +0000

Von Feature Factories, Speisekarten und Vokabelheften

Unser Autor Wolf Brüning war zu Gast bei Digital Product Talks, dem Podcast der COBE-Gründer Felix van de Sand und Daniel Wagner. Die drei haben gut achtzig Minuten diskutiert, über Produktorganisationen, Product Discovery, Design Systeme – und darüber, was KI mit allen dreien macht. Wer die Folge gerne hören möchte, springt mit den folgenden Links direkt rein. Alle anderen finden weiter unten fünf spannende Passagen aus dem Gespräch als geschriebene Zusammenfassung.

🎧 Raus aus der Feature Factory, rein in die Product Discovery – Podigee | Spotify | Apple Podcasts (81:35)

Projektkultur ist managementfreundlicher als Produktkultur

🎧 12:45

„Man darf diesen Sachen nicht immer aus dem Weg gehen und sagen: Die Oberen sagen das, also tue ich es. Dann wird man niemals ein richtig gutes Produkt entwickeln – dann wird man zum Auftragsempfänger, und dann ist man schon wieder bei der Feature Factory.“

Teams werden nicht zur Feature Factory, weil jemand das so beschlossen hätte. Sie werden es, weil die Organisation um sie herum das Projektdenken nie hinter sich gelassen hat: die Welt der Pflichtenhefte, der Scopes, der abzuarbeitenden Listen.

Und diese Welt ist ehrlicherweise leichter zu managen. Man hat eine Liste mit zwanzig Punkten, sechzehn davon sind abgehakt, man ist ein guter Manager. Die Produktwelt bietet diesen Komfort nicht: Da heißt es, wir kennen den Weg zum Outcome noch nicht. Wer selbst unter Druck steht und das dem eigenen Chef so erzählen muss, braucht dafür eine Sicherheit, die nicht jeder hat.

Deshalb löst das auch kein Team allein. Ein Team kann dem Zustand einen Namen geben – allein das hilft schon – und sich klar machen, wie es eigentlich arbeiten möchte. Und dann mit den eigenen Führungskräften ins Gespräch gehen und dafür einen Test-and-Learn-Zeitraum vereinbaren. Vertrauen erarbeitet man sich in Schritten. Als Otto damals otto.de neu baute, war Wolf einer von drei UX-Designern in den ersten drei Produktteams, die anders arbeiteten als der große Rest der Organisation. Diese drei Teams haben sich über Erfolge so viel Vertrauen erarbeitet, dass Otto heute aus rund hundert Produktteams besteht, die nach diesen Prinzipien arbeiten. Nicht über Nacht. Aber es hat sich bewegt.

Eine Produktstrategie sollte sein wie die Karte im Sternerestaurant

🎧 22:00

„Produktstrategien sind besser, wenn sie nicht immer alles wollen, sondern eine klare Haltung zeigen: Dahin wollen wir – und dahin wollen wir vielleicht nicht, oder das ist gerade nicht relevant.“

Das Wie ist dabei ziemlich egal. Ein Word-Dokument, ein gemaltes Bild, ein Video – was auch immer bei den eigenen Leuten ankommt. Entscheidend ist, dass die Strategie Klarheit schafft und nicht bloß eine Sammlung von Wünschen und Ideen ist.

Je höher man essen geht, desto kürzer die Karte: Im Sternerestaurant stehen vielleicht noch fünf oder sechs Sachen drauf, kaum Auswahl, aber verdammt gut. Bei der Imbissbude an der Ecke, die alles von Schnitzel bis Sushi anbietet, darf man sich überlegen, ob das eine gute Idee ist. Und die Haltung, die man einnimmt, muss mit der Unternehmensstrategie harmonieren: Das Unternehmen will X, und genau darum macht die Produktorganisation Y. Das aufgeschrieben zu haben ist die halbe Miete. Vielleicht noch nicht mal.

Product Discovery ist kein Schischi-Designprozess, sondern Risikomanagement

🎧 30:40

„Nach fünfzehn Jahren Nutzertests würde ich von mir sagen, dass ich eine sehr gute Intuition dafür habe, was im User Experience Design funktioniert und was nicht. Und trotzdem bin ich immer wieder überrascht, wie oft ich dann doch falsch liege.“

Software zu bauen und zu betreiben ist auch mit KI verdammt teuer. Und das falsche Produkt zu bauen ist nicht nur verschwendetes Geld: Man vergrault damit Kunden, und man kann jahrelang in die falsche Richtung weiterbauen, ohne es zu merken, weil man sich in die eigene Lösung verliebt hat.

Zwei Beispiele, auf die das Gespräch immer wieder zurückkam. Sonos hat ein App-Update ausgeliefert, das intern längst als kaputt markiert war – ein Unternehmen, das von der Experience lebt, hat innerhalb weniger Wochen Sterne, Nutzer und Unternehmenswert verloren. Duolingo hat die liebevoll handgemachten Lessons durch KI-generierte ersetzt und Nutzer verloren, die tausend Tage Streak hinter sich hatten. Man stelle sich vor, man hat einen richtig guten persönlichen Sprachlehrer, und eines Tages steht stattdessen ein kleiner Kassettenrekorder vor der Tür. Beide Risiken hätte man vorher finden können. Das ist kein Hexenwerk – es heißt nur, mit Nutzern zu sprechen, bevor man ausliefert, statt danach.

Und der Einwand, Discovery sei im KI-Zeitalter zu langsam, dreht die Sache um: Wer mit KI zehnmal schneller in die falsche Richtung rennt, hat auch viel Zeit verloren.

Ein Design System kann das Vokabelheft für die KI sein

🎧 53:00

„Du bist als Designer nicht weniger kreativ, nur weil du nicht jedes Mal diesen Button neu malen musst. Und genauso bist du als Entwickler nicht weniger Entwickler, wenn du nicht immer diesen Button neu programmieren musst.“

Design Systeme begleiten Wolf schon lange; er hat damals das erste Otto Design System initiiert und später das zweite für die B2B-Portale. Die alten Argumente gelten unverändert: Konsistenz, Effizienz – und eine gemeinsame Produktsprache, sodass ein Ding tatsächlich der Primary Button ist und nicht „der Knopf da“.

Dazu kommt jetzt ein neues. Wir wissen alle, dass der Code, den KI produziert, mittelgut ist und in komplexen Situationen nicht immer produktiv einsetzbar. Ein Design System verengt das Feld: Die KI muss sich die UI-Komponenten nicht jedes Mal neu ausdenken, sondern bedient sich aus einem viel gröberen Baukasten mit weniger Freiheitsgraden – und kommt damit deutlich näher an produktionsreifen Code.

Der Haken ist der alte geblieben. Ein Design System muss man als Produkt sehen, mit dedizierten Ressourcen und echter Ownership. Was als Side-Project oder Hobby von irgendwem läuft, wird keine Nachhaltigkeit haben – und grassroots gegen das Management funktioniert es auch nicht, dann sind wir wieder beim Hobbyprojekt. Der andere Fehler ist, das System zu überfrachten: alle UI-Elemente rein, die Brand Guidelines rein, Text rein, bis so viele Optionen drinstehen, dass keine Guidance mehr übrig ist. Bei Otto gilt dafür eine einfache Regel: Was sehr wahrscheinlich nicht wiederverwendet wird, kommt nicht ins Design System.

Das Optimum liegt zwischen den Rollen

🎧 1:08:46

„Sonst findet man nur das lokale Optimum. Dann haben die Designer unter sich herausgefunden, wie sie KI einsetzen, um besser Figma zu machen, und die Entwickler können schneller coden. Aber ich glaube, das Optimum liegt zwischen den Rollen.“

Das ist der Punkt, für den Wolf derzeit am stärksten wirbt. Wenn Organisationen anfangen, mit KI zu experimentieren, setzen sich die Designer mit den Designern zusammen und die Entwickler mit den Entwicklern – und jede Gruppe optimiert ihr eigenes Handwerk.

Unsere Rollen sind aber dort entstanden, wo sie sind, weil Entwicklerressourcen teuer und knapp waren. Diese Grenzen sind zu einem guten Teil willkürlich gesetzt, und sie müssen nicht so bleiben. Vielleicht ist es sinnvoller, den Entwicklern statt eines Figma-Bildes gleich Frontend-Code zu geben. Vielleicht macht das Konzept nur grob, wer sonst das Design ausgestaltet, und der Entwickler gestaltet die UI aus. Muss der Product Manager ein PRD schreiben, oder kann er nicht auch schon Prototypen bauen? Das findet man nur heraus, wenn man rollenübergreifend experimentiert: Nutzerperspektive, technische Perspektive, Businessperspektive in einem Raum.

Und an alle Designerinnen und Designer, die sich gerade Sorgen um ihren Job machen: Wer sagt „Ich mache ein Design auf Klick, einen Designer brauche ich nicht mehr“, versteht meistens nicht, was Designer wirklich tun. Das finale Design zu bauen sind vielleicht die letzten zehn Prozent der Designarbeit. Die Antwort darauf ist keine Abwehrhaltung, sondern den eigenen Wertschöpfungsbeitrag sichtbar zu machen – für sich selbst und für alle anderen.


Zum Schluss wurde Wolf gefragt, was er an der Gestaltung digitaler Produkte ändern würde, wenn er eine Sache ändern könnte:

„Ich würde den Produktteams das Vertrauen und den Freiraum geben, die Lösung selbst zu finden, um die Ziele und gewünschten Outcomes zu erreichen – und sie nicht ständig mit langen Listen von Features konfrontieren. Denn ich glaube, so kriegen wir die besten Lösungen.“

🇬🇧 You can find an English version of this article on Wolf’s blog.

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Tue, 15 Sep 2026 14:57:41 +0000

Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal besucht das ligeti zentrum

Am 10. September 2026 besuchte Maryam Blumenthal, Hamburgs Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, gemeinsam mit Philine Sturzenbecher, wissenschafts- und forschungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hamburg, sowie Dr. Selina Storm, Sprecherin für Wissenschaftspolitik und öffentliche Unternehmen der Grünen Bürgerschaftsfraktion und Landesvorsitzende der GRÜNEN Hamburg, das ligeti zentrum.

Hochschulübergreifende Interdisziplinarität in Harburg

Zu Beginn des Besuchs erhielten die Gäste einen Einblick in die Entstehung und bisherige Entwicklung des Zentrums. Anschließend stellte das Team die gegenwärtige Struktur, aktuelle Forschungsschwerpunkte sowie die Pläne für die zukünftige Weiterentwicklung vor. Bei einem Rundgang durch die verschiedenen Labs und Räumlichkeiten wurde schnell deutlich, was das ligeti zentrum ausmacht: Hier arbeiten Wissenschaftler:innen und Künstler:innen hochschulübergreifend und interdisziplinär zusammen, um Ideen an den Schnittstellen zwischen den Künsten, Wissenschaft, Technologie und Gesundheit zu entwickeln und voranzutreiben.  

Die daraus entstehenden Projekte sind vielfältig – von Healing Soundscapes und dem dafür entwickelten „Healing Soundscaper“, einem zum Patent angemeldeten System zur Erzeugung und räumlichen Wiedergabe adaptiver Klangumgebungen im Gesundheitssektor, über neuartige Mensch-Maschine-Interaktionen bis zu hybriden Instrumenten, die in der Mixed Reality gespielt werden.

Was passiert, wenn Perspektiven der Künste, Wissenschaft, Gesundheit und Technologie gemeinsam zu neuen Ideen kommen? Bei ihrem Besuch im ligeti zentrum konnte sich Hamburgs Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal ein Bild machen | Fotos: Julia Gieseler

Zukunftsperspektiven

Im Mittelpunkt des anschließenden Austauschs standen die Perspektiven des ligeti zentrums über das Ende der derzeitigen Förderperiode im Jahr 2027 hinaus. „Die langfristige Sicherung des Zentrums ist von zentraler Bedeutung, damit die hier aufgebaute, international vernetzte Expertise an der Schnittstelle von Musik, Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft erhalten und weiterentwickelt werden kann“, plädiert Prof. Dr. Georg Hajdu, Leiter des ligeti zentrums. Gemeinsam wurden daher mögliche Wege erörtert, wie kurzfristige Übergangslösungen und eine tragfähige langfristige Perspektive für das Zentrum geschaffen werden können.

Von Moving Sound Pictures bis zum Spatial Sampler: Der Rundgang durchs ligeti zentrum und seine Labs bot Einblicke in diverse Projekte | Fotos: Julia Gieseler

György Ligeti und das Streben nach einem Hamburger Institut für Computermusik

Die Frage nach einer nachhaltigen institutionellen Verankerung knüpft zugleich an die Geschichte der Hochschule für Musik und Theater Hamburg an. Bereits György Ligeti setzte sich nach seiner Berufung an die HfMT im Jahr 1973 für die Einrichtung eines Studios für Computermusik ein. Trotz der Einbindung international renommierter Fachleute wie John Chowning und James „Andy“ Moorer konnten seine damaligen Pläne nicht verwirklicht werden. Der Blick auf diese Geschichte unterstreicht, wie wichtig verlässliche Strukturen sind, damit innovative, disziplinübergreifende Forschung langfristig Wirkung entfalten kann.

Das gesamte ligeti zentrum und die daran beteiligten Hochschulen bedanken sich für den Besuch, das Interesse und den offenen Austausch!

Titelfoto: v.l.n.r.: Prof. Dr.-Ing. Thorsten Kern, Prof. Dr. Georg Hajdu, Senatorin Maryam Blumenthal, Prof. Dr. Jan Philipp Sprick, Dr. Selina Storm, Philine Sturzenbecher, Christine Preuschl

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Mon, 07 Sep 2026 11:58:32 +0000

Ars Electronica 2026: Klangskulpturen im Elisabethinengarten

Vom 9. bis 13. September findet im österreichischen Linz das diesjährige Ars Electronica Festival statt. Im OK Quarter heißt Quirin Nebas Interessierte mit einer interaktiven Installation willkommen. Sound Bananas ist ein Teil seiner Ausstellung „The Ear Wants to Hear“, die im Rahmen des Projekts Klangskulpturen entstand.

Seit seiner Erstauflage im Jahr 1979 entwickelte sich das Ars Electronica Festival zu einem der weltweit bedeutsamsten Medienkunstfestivals. Das diesjährige Festival findet vom 9. bis 13. September 2026 unter dem Motto „Negotiating Humanity – Future Begins“ in Linz, Österreich, statt. Auch das ligeti zentrum ist vertreten. Im Elisabethinengarten (OK Quarter) präsentiert Quirin Nebas (Artistic Research Lab) die Sound Bananas – eine interaktive Installation, die in seinem Projekt Klangskulpturen entstanden ist.

„Dass wir auf der Ars Electronica nach einer erfolgreichen Bewerbung ausstellen dürfen, ist eine sehr schöne Bestätigung für das Projekt“, sagt Quirin Nebas. Er freut sich auf den intensiven Austausch mit Gleichgesinnten und Interessierten ebenso wie von neuen Projekten und Ansätzen zu lernen. „Besucher:innen können sich bei meiner Installation auf die Klangbananen freuen, die als interaktive Installation niederschwelliges gemeinsames Musizieren durch Körperbewegung ermöglichen und eine Erfahrung bieten, die ungewohnt und spannend zu erkunden ist.“

Sound Bananas - The Ear Wants to Hear | Foto: Quirin Nebas
Sound Bananas - The Ear Wants to Hear | Foto: Quirin Nebas

Schaukelbananen, die klingen

Sound Bananas besteht aus schaukelnden, bananenförmigen Objekten mit integrierter Elektronik. Indem die Besucher:innen sie bewegen, sich daraufsetzen oder darauf wippen, erzeugen sie gemeinsam musikalische Klänge. Hören wird so zu einer spielerischen, kollektiven Erfahrung, die mehrere Sinnesmodalitäten verbindet.

Die interaktive Installation wurde am ligeti zentrum in Hamburg entwickelt und verortet sich in aktuellen Diskursen zu Embodied Cognition, Mensch-Maschine-Interaktion und inklusivem Design. Das Projekt stellt Fragen nach Teilhabe und Zugänglichkeit. Über intuitive, sensorisch gesteuerte Schnittstellen lädt es ein vielfältiges Publikum zum Mitmachen ein und begreift Klang nicht als feststehendes Ergebnis, sondern als dynamischen, gemeinschaftlich hervorgebrachten Prozess, der durch geteilte körperliche Erfahrung entsteht.

Das Projekt untersucht Hören als körperliche Praxis, die den ganzen Körper einbezieht und Gleichgewicht, Koordination und räumliche Wahrnehmung umfasst. Es erforscht, wie Klangwahrnehmung im Zusammenspiel von Körper, Bewegung und Technologie entsteht – und wie solche Formen der Auseinandersetzung unser Verständnis menschlicher Agency in technologisch vermittelten Umgebungen verändern.

Ars Electronica Festival 2026 | Foto: Ars Electronica

Klangskulpturen @ Ars Electronica 2026

Die interaktive Installation ist vom 9. bis zum 13. September 2026 (Mittwoch bis Sonntag) im Elisabetinengarten (OK Quarter) zu sehen. Tickets für das Ars Electronica Festival 2026 sind online erhältlich.

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Sat, 29 Aug 2026 09:40:40 +0000

KI macht UX Research schneller. Machen wir UX Research wirksamer?

KI schenkt immer mehr Zeit in der Vorbereitung, Durchführung, Dokumentation und Auswertung von qualitativen und quantitaiven UX und User Research Projekten. Diese Zeit nutzen viele von uns schon sehr wirkungsvoll: Sie setzen diese Zeit einsetzen, um bei gleichbleibender Arbeitszeit mehr Projekte durchzuführen.

Und, einigen von uns gelingt es zugleich …

  • früher in Projekte einzusteigen, beratend und begleitend.
  • gemeinsam mit Kolleginnen, Kollegen und Kunden die wirklich (!) relevanten Fragen zu identifizieren.
  • tiefer in Nutzungskontexte einzudringen, sie zu „durchdenken“.
  • Erkenntnisse fundiert einzuordnen,
  • Nutzer- und Unternehmensperspektive zu verbinden.
  • Entscheiderinnen und Entscheidern Sicherheit, Orientierung und Beratung zu geben.

Klingt für dich nach einer schönen Situation, ist aber für dich noch nicht Realität?
Schauen wir uns an, was dafür notwendig ist. Und lass uns gern gemeinsam etwas daran ändern: Für deine, für eine rosarote Zukunft dank KI.

UX Research meets KI – operative Exzellenz trifft auf strategische Relevanz!

Gut ausgebildete, erfahrene UX Researcher (w/m/d) werden dank KI stetig produktiver. KI hilft einzelne Arbeitsschritte schneller zu erledigen, ohne an Qualität zu verlieren: Studien vorbereiten, Daten strukturieren, umfangreiches Material analysieren, Muster sichtbar machen sowie Ergebnisse aufbereiten und dokumentieren.

Das verändert nicht das Berufsbild “UX Research”. Und das verändert auch zunächst nicht, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten UX Researcher (w/m/d) brauchen. Sie brauchen weiterhin ein tiefes Verständnis und umfangreiche Erfahrung mit Methoden und Erhebungsverfahren. Gleichzeitig müssen sie die richtigen Fragen stellen, Menschen und Kontexte verstehen, Erkenntnisse mit unternehmerischen Zielen verbinden und Orientierung für Entscheidungen geben können.

Der Wert und der sogenannte „Business Impact“ guter UX Researcher Arbeit ist weiterhin am größten, wenn diese Verbindung gelingt:
operative Exzellenz liefern und zugleich strategische Relevanz schaffen – oder wie es Rebecca Schüler im Interview auf Nutzerbrille zum Ausdruck brachte: “UX machen und UX wirksam machen!”.

Strategische Relevanz von UX / User Research neu denken!

Bislang bindet die operative Leistungserbringung einen großen Teil der Arbeitszeit von UX Researchern (w/m/d). Dank KI verschaffen UX Researcher es nun der strategischen UX Research Arbeit mehr Zeit und Gewicht zu geben. Dafür brauchen sie Fragestellungskompetenz und Urteilskraft.

  • UX Researcherinnen und UX Researcher müssen Ergebnisse, Unsicherheiten und Grenzen bewerten können.
  • Sie brauchen Kontext- und Businessverständnis, um Nutzerwissen mit Zielen, Prioritäten und Entscheidungen zu verbinden – und damit “Business Impact” aus UX Research zu erzielen.
  • Sie müssen beraten, verständlich kommunizieren und Entscheider begleiten. Und natürlich benötigen sie KI-Kompetenz:
  • Sie müssen KI-basierte Werkzeuge sinnvoll einsetzen, deren Ergebnisse fachlich prüfen und ihren Einsatz verantworten.

Das sind – abgesehen von der technologischen Ausprägung der KI-Kompetenz – keine vollkommen neuen Fähigkeiten. Sie gehörten schon immer zu richtig gutem UX Research. KI wird nun dafür sorgen, dass mehr Zeit bleibt, sie tatsächlich einzusetzen!

Und noch etwas kann sich ändern: Die Kolleginnen und Kollegen, die Ansprechpartner auf Kundenseite, mit denen UX Researcher (w/m/d) reden und für die sie arbeiten werden.

Rein ins Innovationsmanagement und in die Unternehmensentwicklung!

Usability-Tests, Interviews und Anforderungsanalysen gehören zum Werkzeugkasten vieler Produktteams, bestehend aus Product Ownern, Entwicklern und UX Designer. Dort sind interne oder auch externe UX Researcher (w/m/d) akzeptierte und unverzichtbare Teammitglieder.

Schwieriger wird es, wenn strategische Fragestellungen anstehen. Dort wird UX Research und UX Design noch zu häufig als reines Optimierungsinstrument verstanden, zu selten als Quelle für Orientierung, Priorisierung, Unternehmensentwicklung und Innovation.

UX Researcher (w/m/d) sollten die zeitliche Freiräume dank KI aktiv nutzen und ihre Rolle über klassische Produktteams hinaus finden und gestalten. Nutzer- und Kundenwissen ist nicht nur für die Optimierung digitaler Produkte relevant. Es gehört ebenso in Innovations-, Service-, Transformations- und Unternehmensentwicklungsteams.

Patrick Gallitz brachte es in seinem Interview auf Nutzerbrille auf den Punkt:

„Strategisch wirksame Organisationen nutzen Research als Grundlage für Entscheidungen. Nutzerwissen wird dort nicht als Projektartefakt betrachtet, sondern als Ressource für Produkt-, Service- und Unternehmensentwicklung.“

KI meets UX – und bietet UX Research eine rosige Zukunft!

Jenen UX Researchern (w/m/d), denen all das gelingt was ich bis hierher beschrieben habe, jenen bietet sich ein “sich selbst verstärkender Kreislauf”, der sie unersetzlich und zugleich zu strategischen Beratern, zu gern gesehenen Beraterinnen m Top-Management unserer Unternehmen macht:

  • Mehr Zeit für Verständnis, Einordnung und Beratung erhöht die Wirksamkeit von UX Research.
  • Mehr Wirksamkeit schafft mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung im Top-Management.
  • Daraus entsteht mehr Einfluss, Macht, entstehen mehr Stellen und größere Budgets.
  • Und diese ermöglichen wiederum mehr Research: früher in der Entwicklung, häufiger im Prozess und näher an wichtigen Entscheidungen.

KI trägt dazu bei, dass UX Researcher (w/m/d) früher und häufiger mit echten Menschen sprechen, digitale Produkte kontinuierlicher überprüfen und Nutzerwissen in mehr Entscheidungen einbringen. Das ist eine Zukunft des UX Research, auf die ich richtig Lust habe.

Aber hey: Sie entsteht nicht automatisch. Technologischer Fortschritt schenkt Möglichkeiten, aber noch keine neue, relevantere, strategischere Rolle.
Die muss aktiv und von jedem, jeder selbst gestaltet werden. Auf geht’s, liebe UX Researcher:

Nutzt KI, um mehr von dem zu tun, was euren eigentlichen Wert schon immer ausgemacht hat – und macht diesen Wert im Unternehmen sichtbarer!

Thorsten Wilhelm

Thorsten Wilhelm

Ich helfe, begleite und unterstütze euch gern – als Mentor, Sparringspartner, als Kollege.
Ich will eine rosarote Zukunft für euch und gemeinsam mit euch gerne gestalten.

Sprecht mich einfach an – ich bin gerne und unkompliziert für eure Fragen und Wünsche da.

 

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Wed, 19 Aug 2026 21:26:57 +0000

Wird UX Research künftig nur effizienter oder tatsächlich strategisch wichtiger? – Patrick Gallitz‘ Blick auf die Zukunft von UX Research

Es gibt Menschen der deutschen UX Community, bei denen weiß ich genau, wofür sie stehen. Patrick Gallitz (Mindfacts) gehört für mich dazu:
Patrick steht für einen Anspruch an User und UX Research, den ich schätze und der in seiner Ausprägung einmalig ist:

Patrick Gallitz (Inhaber und Geschäftsführer Mindfacts GmbH)

Patrick Gallitz

Genau hinschauen, zuhören, methodisch sauber arbeiten, stets Wissen und entscheidungsrelevante Erkenntnisse schaffen – zuverlässig und gültig, ab und an grundlegend, und auch unbequeme Erkenntnisse aussprechen.

Dafür steht Patrick seit Jahrzehnten. Er sieht UX und User Research als Instrument der Unternehmensführung an – niemals nur als einzelnes Projekt, abgeschlossen mit der Präsentation von Ergebnissen.

Patrick blieb und ist neugierig, lernbereit, will Erkenntnisse schaffen, die zu besseren Entscheidungen – sowohl auf operativer als auch strategischer Ebene – führen.

Diesen Anspruch lebt Patrick seit mehr als zwei Jahrzehnten.
Diese Leidenschaft und sein Verständnis von UX Research in Perfektion hat er inzwischen an viele UX Professionals weitergegeben.

Nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften und ersten Stationen in der Markt- und Nutzerforschung gründete Patrick im Jahr 2004 Mindfacts.

Mehr als 20 Jahre und 500 Studien später beschäftigt ihn noch immer die Frage, wie wir Menschen besser verstehen können und welchen Beitrag UX Research zu Produkt-, Innovations- und Unternehmensentscheidungen leisten kann.

Und genau aus diesem Grund hat Mindfacts vor einigen Jahren den UX Research Monitor initiierte und inzwischen etabliert hat. Patrick und sein Team wollen damit nicht nur wissen, welche Methoden wir UX Professionals einsetzen. Sie interessiert auch, wie sich unsere Profession verändert:

  • Was macht beispielsweise KI mit unserer Arbeit? Wird Research lediglich effizienter – oder dank KI strategisch relevanter?
  • Wie schaffen wir „Business Impact“, kommen von UX Research machen hin zu UX Research wirksam(er) machen?
  • Und welche Rolle werden UX Researcher künftig in Unternehmen einnehmen?

Über diese Fragen, den UX Research Monitor 2026 und Patricks‘ Sicht auf die Zukunft unserer Profession haben wir gesprochen.

UX Research als Gradmesser für UX-Reife

Lieber Patrick, was verrät der Zustand von UX Research in Deutschland im Jahr 2026 über den Zustand von UX insgesamt?

Patrick: UX Research ist für mich ein sehr guter Indikator für den Reifegrad von UX insgesamt. Dort, wo Research systematisch eingesetzt wird, finden wir meist auch eine stärkere Nutzerorientierung, bessere Entscheidungsprozesse und eine höhere Bereitschaft, Annahmen zu hinterfragen.

Gleichzeitig zeigt sich aber ein interessantes Spannungsfeld: UX Research ist in vielen Unternehmen heute operativ etabliert. Usability-Tests, Interviews oder Anforderungsanalysen gehören zum Werkzeugkasten vieler Teams.

Schwieriger wird es jedoch, wenn es um strategische Fragestellungen geht. Dort wird UX häufig noch als Optimierungsinstrument verstanden und weniger als Quelle für Orientierung, Priorisierung und Innovation.

Der Zustand von UX Research zeigt daher sehr gut, wo die Branche aktuell steht:

„Nutzerzentriertes Arbeiten ist weitgehend akzeptiert. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, UX und Research stärker in strategische Entscheidungen einzubinden und ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg sichtbar zu machen.“

UX Research Monitor von Mindfacts – die Entwicklung von UX Research über Jahre hinweg sichtbar machen! 

Mit dem UX Research Monitor 2026 startest du erneut eine umfassende Erhebung innerhalb der UX-Research-Community. Was hat dich ursprünglich motiviert, dieses Format ins Leben zu rufen?

Patrick: Mich hat vor allem interessiert, wie sich unsere Disziplin tatsächlich entwickelt, jenseits von Konferenzen, LinkedIn-Diskussionen oder Einzelmeinungen.

Wir sprechen in der UX-Branche oft über ähnliche Themen: KI, ResearchOps, Business Impact, strategische Verankerung oder den Fachkräftemarkt. Gleichzeitig fehlt häufig ein systematischer Blick darauf, wie diese Themen in Unternehmen tatsächlich wahrgenommen werden.

Der UX Research Monitor soll genau diese Lücke schließen. Er soll kein wissenschaftlicher Grundlagenbericht sein, sondern ein Stimmungsbild der Praxis. Mich interessiert, welche Herausforderungen Unternehmen tatsächlich beschäftigen, welche Erwartungen an UX Research bestehen und wie sich die Rolle von Researchern verändert.

Darüber hinaus möchte ich Entwicklungen über mehrere Jahre hinweg sichtbar machen. Gerade jetzt, in einer Zeit, in der KI unsere Arbeitsweise grundlegend verändert, werden Längsschnittdaten zunehmend wertvoll.

Germann UPA Branchenreport und UX Research Monitor – ähnliche Ziele, unterschiedliche Inhalte und Zielgruppen!

Der German UPA Branchenreport erhebt ebenfalls Daten aus unserer Community. Wo siehst du die Unterschiede zwischen beiden Formaten und warum braucht die UX-Community aus deiner Sicht beide Perspektiven?

Patrick: Ich sehe beide Formate eher als Ergänzung, denn als Konkurrenz.

Der Branchenmonitor der German UPA betrachtet vor allem die Situation der UX-Professionals selbst. Dort geht es beispielsweise um Rollenbilder, Karrierewege, Gehälter, Arbeitsbedingungen oder die Entwicklung des Berufsbildes. Das ist enorm wichtig, weil es zeigt, wie sich unsere Profession entwickelt und unter welchen Rahmenbedingungen UX-Arbeit stattfindet.

Der UX Research Monitor verfolgt einen anderen Schwerpunkt. Uns interessiert vor allem die Rolle von UX Research in Unternehmen.

  • Welche Bedeutung hat Research?
  • Wie verändert KI den Arbeitsalltag?
  • Welche Kompetenzen gewinnen an Bedeutung?
  • Welche Herausforderungen sehen Unternehmen?
  • Welche Rolle spielen externe Dienstleister künftig?

„Während der Branchenmonitor stärker die Perspektive der Menschen in der UX-Community betrachtet, richtet sich der UX Research Monitor stärker auf Organisationen, Entscheidungsprozesse und die Zukunft von UX Research als Disziplin.“

Gerade die Kombination beider Perspektiven ermöglicht ein vollständigeres Bild der Branche.

UX Research wirksam machen – nicht immer gelingt das!

Wenn du auf die bisherigen Ausgaben des UX Research Monitors zurückblickst: Welche Entwicklungen oder Veränderungen haben dich persönlich am meisten überrascht?

Patrick: Mich haben vor allem die Widersprüche überrascht, die sich durch viele Ergebnisse ziehen.

Einerseits wird UX-Research von den Befragten als sehr wertvoll angesehen. Besonders hoch bewertet werden die frühzeitige Identifikation von Nutzerbedürfnissen, die Ableitung von Anforderungen und die Evaluation von Lösungen.

Gleichzeitig attestieren nur 31 Prozent dem Research einen relevanten Beitrag zur strategischen Ausrichtung von Unternehmen. Das hat mich nachdenklich gemacht. Offenbar wird Research häufig geschätzt, aber noch nicht überall als Instrument für strategische Entscheidungen verstanden.

Ein zweiter Widerspruch betrifft KI. Fast alle Befragten erwarten erhebliche Effizienzgewinne durch KI und viele sehen großes Potenzial in Analyse, Auswertung und Reporting. Gleichzeitig gehört die unkritische Übernahme von KI-Ergebnissen zu den größten wahrgenommenen Risiken. Die Branche scheint also gleichermaßen fasziniert und vorsichtig zu sein.

Besonders spannend fand ich aber noch etwas anderes: Viele Befragte erwarten, dass operative Research-Aufgaben künftig stärker automatisiert werden. Gleichzeitig rechnen sie damit, dass die Bedeutung von Interpretation, Beratung und strategischer Einordnung steigt. Genau darin sehe ich die zentrale Entwicklung unserer Disziplin.

„Die Frage ist nicht mehr, ob Künstliche Intelligenz Research verändert. Die spannendere Frage ist, welche Rolle Researcher künftig in Unternehmen einnehmen werden.“

Wie KI die Arbeit von UX Professionals verändert!

Viele UX Professionals erleben derzeit, wie sich ihre Rolle durch KI, wirtschaftlichen Druck und veränderte Organisationsstrukturen verändert. Welche Fragen interessieren dich dazu im diesjährigen UX Research Monitor besonders?

Patrick: Mich interessiert vor allem, wie sich die Arbeit tatsächlich verändert, nicht nur technologisch, sondern auch organisatorisch.

  • Wird durch KI tatsächlich mehr Research durchgeführt?
  • Wofür wird die gewonnene Zeit genutzt?
  • Entsteht mehr Raum für Interpretation, Beratung und Strategie oder werden die gleichen Aufgaben einfach schneller erledigt?

Spannend finde ich auch die Frage, wie Unternehmen mit der Qualität KI-gestützter Ergebnisse umgehen. Vertrauen sie den Ergebnissen? Werden neue Prozesse zur Qualitätssicherung aufgebaut? Und welche Kompetenzen gewinnen dadurch an Bedeutung?

Letztlich interessiert mich die zentrale Frage des diesjährigen Monitors: Wird UX Research künftig nur effizienter oder tatsächlich strategisch wichtiger?

Qualität ist die beste Werbung für strategisch relevanten und wirksamen UX Research!

Viele verbinden UX Research vor allem mit Protokollen lauten Denkens, Tests und Interviews. Wann wird UX Research aus deiner Sicht wirklich anspruchsvoll, herausfordernd und warum sind genau diese Projekte oft die spannendsten, insbesondere für dich und Mindfacts?

Patrick: Anspruchsvoll wird UX Research immer dann, wenn Standardisierung an ihre Grenzen stößt.

Viele Fragestellungen lassen sich heute mit etablierten Methoden oder zunehmend auch mit KI-gestützten Verfahren effizient bearbeiten. Wirklich spannend wird es dort, wo Nutzungskontexte komplex sind, Zielgruppen schwer erreichbar werden oder Entscheidungen eine hohe wirtschaftliche Tragweite haben.

Das erleben wir häufig im B2B-Umfeld, bei Fachanwendungen oder in regulierten Branchen. Dort reicht es oft nicht aus, einen standardisierten Test aufzusetzen oder Nutzer automatisiert zu befragen. Viele Zielgruppen erwarten einen Gesprächspartner, der ihre Fachsprache versteht, nachfragen kann und ihnen auf Augenhöhe begegnet. Menschen wollen mit Menschen sprechen.

Gerade in solchen Projekten geht es weniger um die Durchführung einer Methode als um das Verstehen komplexer Zusammenhänge, den Aufbau von Vertrauen und die Übersetzung von Erkenntnissen in belastbare Entscheidungen.

Deshalb interessieren uns bei Mindfacts besonders Fragestellungen, die sich nicht vollständig standardisieren oder automatisieren lassen.

„Dort, wo Unsicherheit hoch ist und Fehlentscheidungen teuer werden können, entsteht häufig der größte Mehrwert durch fundierte Research-Arbeit.“

Von UX Research machen – hin zu UX Research wirksam machen!

Du arbeitest seit vielen Jahren mit Unternehmen unterschiedlichster Größe zusammen. Was unterscheidet Organisationen, in denen UX Research strategisch wirksam ist, von denen, in denen UX Research noch immer um Aufmerksamkeit und Einfluss kämpfen muss?

Patrick: Der entscheidende Unterschied liegt selten in der Anzahl der Researcher oder im Budget.

Strategisch wirksame Organisationen nutzen Research als Grundlage für Entscheidungen. Nutzerwissen wird dort nicht als Projektartefakt betrachtet, sondern als Ressource für Produkt-, Service- und Unternehmensentwicklung.

In weniger reifen Organisationen wird Research dagegen häufig als nachgelagerte Validierung verstanden. Man fragt Nutzer erst dann, wenn bereits viele Entscheidungen getroffen wurden.

Erfolgreiche Unternehmen schaffen zudem Strukturen für Wissensmanagement, Wiederverwendung von Erkenntnissen und den Austausch zwischen Teams. Sie investieren nicht nur in einzelne Studien, sondern in die Fähigkeit, kontinuierlich von Nutzern zu lernen.

Welche Fertigkeiten gewinnen an Bedeutung: Was unterscheidet gute von sehr guten UX Researcher (w/m/d)?

Welche Fähigkeiten werden UX Researcher in den kommenden drei bis fünf Jahren aus deiner Sicht stärker entwickeln müssen, um relevant und wirksam zu bleiben?

Patrick: Methodenkompetenz bleibt wichtig, wird aber zunehmend zur Grundvoraussetzung. Die eigentliche Veränderung sehe ich an anderer Stelle.

UX Researcher werden künftig stärker verstehen müssen, wie Unternehmen funktionieren:

  • Welche Geschäftsziele verfolgt ein Unternehmen?
  • Wie entstehen Prioritäten?
  • Welche wirtschaftlichen Risiken und Chancen sind mit Entscheidungen verbunden?

Viele operative Aufgaben, von der Recherche bis zur Analyse, werden durch KI unterstützt oder teilweise automatisiert. Dadurch verschiebt sich der Schwerpunkt der Arbeit. Der Mehrwert von Researchern wird weniger darin liegen, Daten zu erzeugen, sondern vielmehr darin, Erkenntnisse einzuordnen, Konsequenzen aufzuzeigen und Entscheidungsträger zu beraten. Dafür braucht es ein stärkeres Verständnis für Strategie, Geschäftsmodelle, Produktmanagement und Unternehmensführung.

„Aus meiner Sicht ist UX Research langfristig stärker mit Marketing, Innovation und Unternehmensentwicklung verbunden als mit Design.“

Die eigentliche Aufgabe besteht nicht darin, Methoden anzuwenden, sondern bessere Entscheidungen zu ermöglichen.

Diese Sichtweise prägt auch unseren Boutique-Ansatz bei Mindfacts. Wir verstehen Research nicht primär als operative Dienstleistung, sondern als Instrument zur Reduktion von Unsicherheit bei wichtigen Entscheidungen. Deshalb interessieren uns besonders Fragestellungen, bei denen Produkte komplex sind, Nutzungskontexte anspruchsvoll werden und Fehlentscheidungen teuer sein können.

Der UX Researcher der Zukunft ist deshalb nicht nur Forscher, sondern zunehmend auch Berater, Übersetzer und Sparringspartner für Produktverantwortliche und Management.

UX Research Monitor 2026 – Status quo und die Zukunft der Nutzerforschung

Was hoffst du durch den UX Research Monitor 2026 über unsere Branche zu lernen und warum lohnt es sich für UX Professionals, an der Erhebung teilzunehmen?

Patrick: Mich interessiert vor allem, ob wir aktuell eine reine Effizienzrevolution oder eine echte Rollenverschiebung erleben.

Viele Diskussionen drehen sich derzeit um Automatisierung, KI und Kostendruck. Die spannendere Frage ist für mich jedoch, ob UX Research dadurch strategisch an Bedeutung gewinnt oder ob es bei einer Optimierung operativer Prozesse bleibt.

Für UX Professionals bietet die Teilnahme die Möglichkeit, die Entwicklung der eigenen Disziplin aktiv mitzugestalten. Gleichzeitig erhalten wir als Branche ein aktuelles Bild darüber, welche Themen Unternehmen tatsächlich beschäftigen und welche Kompetenzen künftig gefragt sein werden.

Je mehr Perspektiven wir einbeziehen, desto belastbarer werden die Erkenntnisse. Genau deshaln lohnt sich die Teilnahme – heute (Fragebogen UX Research Monitor 2026) und bei zukünftigen Erhebungen.

Patrick, vielen Dank für dein Engagement für die UX Community und unsere Profession.

Ihr schafft mit dem jährlich durchgeführten UX Research Monitor, dessen Ergebnisse und Erkenntnisse ihr offen teilt, immer wieder wichtige Insights und Impulse, über die wir gemeinsam diskutieren können. Das macht für mich euren UX Research Monitor so wertvoll – und bin gespannt, was uns die Ergebnisse 2026 über die Zukunft von UX Research erzählen werden.

Der Beitrag Wird UX Research künftig nur effizienter oder tatsächlich strategisch wichtiger? – Patrick Gallitz‘ Blick auf die Zukunft von UX Research erschien zuerst auf Nutzerbrille.

Tue, 11 Aug 2026 15:48:59 +0000

Ein ziemlich unscharfes Bild eines Lokals. Hinten an der Wand das Logo vom UX Roundtable. Vorne der Text: "UXHH@25 CLASSIC TABLE"

Nach 25 Jahren laden wir einmal mehr zum Roundtable Classic ein.
25.8.26 bei MAMA neben dem Hamburger Rathaus.
Anmeldung: uxhhclassic2026.eventbrite.de

Mon, 22 Jun 2026 10:45:07 +0000

an old GAMEBOY. on the screen: uxHH Roundtable Video Game Edition

Mark the date: 8-Jul-2026. Reserve a (free) spot. On-site in Hamburg-Hoheluft or online.
Our next Roundtable is on the UX of Video Games – retro and new /with Dina Elaraby and Meik Mense-Koch
More info: uxhh.de/#roundtable
RSVP on eventbrite: eventbrite.de/e/uxhh-roundtabl

Sun, 03 May 2026 09:17:52 +0000

Eine Glaskugel vor einem Dämmerungshorizont. Darunter 4 Portraits. 2 Frauen. 2 Männer
Text: 28.5. UX-Design im Wandel

Roundtable am 28.5.26 :: Die Zukunft von UX Wer sind wir morgen und wenn ja, wie viele? – mit den Panelistas Sabine von Nordheim, Thomas Latus, Sabine Hipp und @wolfbruening

Infos: uxhh.de/#roundtable
Tickets: eventbrite.de/e/uxhh-roundtabl

in Hamburg

Sat, 14 Mar 2026 17:18:47 +0000

Du bis ein UX-Blogger aus Hamburg oder Deine Firma in der Metropolregion Hamburg hat einen Blog und kümmert sich um die UX von Produkten und Services? Dann nehmen wir gerne Deinen RSS-Feed für auf.
Denn das Syndikat fließt wieder mprove.de/blogs/rss/index.php?

( Jetzt schon im Menü; und bald auch direkt auf der Site uxhh.de )

Sun, 01 Feb 2026 11:02:44 +0000

9 kleine Fotos mit Impressionen vom Event. Publikum und Referent und ein Beamer-Bild

Fotos – Feedback – Referenzen zum UX Roundtable mit Thorsten Barré "AUF" uxHH >> uxhh.de/roundtable/archiv/inde

Thu, 08 Jan 2026 19:40:59 +0000

Save the date & get your ticket now for the Hamburg UX Roundtable on 29-Jan-2026 :: Thorsten Barré from on "One UX to rule them all? Multi-Touchpoint UX für die ZDF Streaming-Plattform"

uxhh.de/#roundtable

Fri, 05 Dec 2025 07:49:01 +0000

night scene with a christmas market and a ship. lots of lights and reflections

Will you join us at the uXmas gathering at Fleetinsel Christmas Market next Tuesday Dec-9?
Info and registration via eventbrite >> eventbrite.de/e/uxmas-gatherin

Mon, 17 Nov 2025 21:06:45 +0000

Der als Foto-Galerie zum Nachschauen und -schwelgen
photo.mprove.net/gallery/25/wu

/zusammengestellt von @mprove

World Usability Day
2025

Thu, 21 Aug 2025 15:05:52 +0000

Stefani Rohrbeck zu Gast im Roundtable am 9.9.25

User Experience ist Wandel. Um nicht immer den gleichen Quark zu produzieren, müssen auch Abläufe in Design- und Produktteams verändert werden. Wie gelingt es uns, Teams auf neue Ziele einzunorden? Stefani diskutiert mit uns die Bedingungen für erfolgreiche Transformationen.

Infos und (kostenfreie) Tickets :: uxhh-change.eventbrite.de/

Tue, 29 Jul 2025 09:15:03 +0000

Impressionen vom wunderbaren »UX and the FUTURE«-Roundtable bei prismeo.
Vielen Dank an Kai Klopsch und Jan Maas für die Gastfreundschaft; an Kai auch für seinen Vortrag!

Bilder: photo.mprove.net/gallery/25/ux

/photos @mprove et al.

Mon, 16 Jun 2025 14:32:13 +0000

Offenbar ein Lokal mit einem UXR-Plakat an der Wand. Außerdem eine Lampe aus roten kleinen Flaschen

Herzliche Einladung zum Sommer-uxHH-Dinner-Roundtable am Montag, den 14.Juli bei mama neben dem Rathaus.
Tickets: uxhh-summer-2025.eventbrite.de/

Mon, 21 Apr 2025 16:14:41 +0000

Eine LED-Konsole. Zulesen: MAY 26 2025. UX and the FUTURE

SaveTheDate :: Roundtable am 26.5.2025 in der Hamburger HafenCity. Kostenlose Early Bird Tickets gibt es ab sofort via uxhh.de/#aktuell

Thu, 13 Feb 2025 10:08:46 +0000

Ein Blick auf uxhh.de

(und etwas mehr) für Hamburg

Mon, 13 Jan 2025 20:53:20 +0000

Holzlettern zeigen spiegelverkehrt: UXWRITING

"Erfolgsfaktor UX-Writing" – Sichere Dir jetzt ein kostenfreies Ticket für den nächsten Roundtable am 30.1. mit Isabelle von Moeller und Sebastian Kopp:
Infos und Ticket: uxhh.de/

Thu, 24 Oct 2024 12:21:45 +0000

Panel mit 5 Leuten. Im Hintergrund ein Zebrastreifen mit den Worten: Design for Good or Evil.

Designing for a Better World 🌎 🌍 🌏 Noch 3 Wochen bis zum WUD (World Usability Day) am 14. November – Live an der HAW Finkenau. Wir treffen uns und laden Euch alle herzlich zu Diskussionen und Vorträgen rund um Design, Accessibility/Zugänglichkeit, sowie Nachhaltigkeit ein.
Organisiert wird der kostenlose Spätnachmittag von uns und dem SUX-Netzwerk.

Programm und kostenfreie Tickets via wudhh.de/

Wed, 16 Oct 2024 09:17:44 +0000

is back. Save the date or (even better) get your free ticket for 14-Nov-2024 :: wudhh.de/